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Gaskrise - nichts für Feiglinge: In Hannover bleiben Schwimmbäder kalt

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Von Verena Schad
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Schwimmbad in Hannover
Schwimmbad in Hannover   -   Copyright  -Screenshot- EBU/ARD

Gas sparen lautet die Devise mit Blick auf den nahenden Winter, mager befüllte Gasspeicher und Russland, das uns jederzeit den Gashahn zudrehen kann. Jeder soll seinen Beitrag leisten, appelliert die Bundesregierung, besonders an Städte und Gemeinden.

In der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover gibt es zum Beispiel kein Warmwasser mehr in öffentlichen Gebäuden. Und Kälteempfindliche kostet der Besuch von Schwimmbädern ein wenig Überwindung.

"Ich habe gar nicht geduscht. Es war mir zu kalt. Das Wasser in den Duschen war kälter als das Wasser im Schwimmbad", sagt ein fröstelnder junger Mann bei strahlendem Sonnenschein und an die 30 Grad Außentemperatur. "Der Luxus, den wir gewohnt sind, ist nicht normal", meint ein anderer Badegast. 

Die Maßnahme senkt den Energieverbrauch um 15 Prozent, sagt der grüne Bürgermeister Belit Onay. Er will außerdem öffentliche Gebäude im Winter auf maximal 20 Grad beheizen, Technik- und Lagerräume auf maximal 10 bis 15 Grad.

"Der Appell lautet, sparen Sie Gas, wo Sie können. Das wird für den Herbst und Winter notwendig sein. Alle sind jetzt gefordert, an einem Strang zu ziehen", erklärt Belit Onay. 

In ganz Deutschland ergreifen Städte Energiesparmaßnahmen, um die Versorgung im Winter zu sichern. In Berlin wurden die Lichter in 200 öffentlichen Gebäuden ausgeschaltet, darunter am Brandenburger Tor und am Berliner Rathaus.

Deutsche Städtetag schickt Energiespar-Katalog an Kommunen

Für den Verzicht von Außenbeleuchtung plädiert auch der Deutsche Städtetag. Diese Maßnahme hätte eine große Auswirkung auf den Energieverbrauch. Die Vereinigung hat einen Katalog mit zwölf konkreten Sparempfehlungen an die Kommunen geschickt. 

Neben dem Runterfahren der Wassertemperatur in Schwimmhallen, schlägt der freiwillige Zusammenschluss zudem vor, in "ausgewählten öffentlichen Gebäuden" das Warmwasser komplett abzustellen. 

Lüftungsanlagen könnten in den "Normalzustand vor der Pandemie" zurückgeschaltet werden. Das würde auch mobile Anlagen in Schulen betreffen. Allein dadurch ließe sich der Energiebedarf um ein Viertel reduzieren. In der Heizperiode könnten Lüftungsanlagen überall dort ganz abgeschaltet werden, "wo Fensterlüften möglich" sei.

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