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Ukraine erobert 30 Orte zurück, Russen in der Defensive

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Von Euronews  mit AP, dpa
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Russische Militärfahrzeuge
Russische Militärfahrzeuge   -   Copyright  Russian Defense Ministry Press Service via AP

Nach mehr als einem halben Jahr Krieg sind die ukrainischen Truppen bei ihren Gegenoffensiven im Gebiet Charkiw sowie im Gebiet Cherson im Süden vorgerückt.

Dabei hat die Ukraine nach eigenen Angaben Erfolge zu vermelden. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von mehr als 30 zurückeroberten Siedlungen in der Region Charkiw. "Überall bringen wir die ukrainische Flagge und den Schutz für unser Volk zurück", sagte er in seiner abendlichen Videoansprache.

"In einigen Dörfern der Region sind die Sicherheitsüberprüfungen noch nicht abgeschlossen. Wir übernehmen nach und nach die Kontrolle über neue Siedlungen", so Selenskyj. Einige dieser Orte waren seit Beginn des Krieges besetzt.

Nach britischen Informationen sind die russischen Kräfte überrumpelt worden. Die ukrainischen Speerspitzen seien mittlerweile bis zu 50 Kilometer weit in bisher russisch besetztes Gebiet vorgestoßen, teilte das Verteidigungsministerium in London am Samstag unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse mit. 

Das deckt sich mit Angaben aus Kiew. Erst am Donnerstag hatte Selenskyj die Rückeroberung der Kreisstadt Balaklija im Gebiet Charkiw bestätigt. Die Vorstöße zielen jetzt weiter auf die Stadt Kupjansk ab, über die mehrere Eisenbahn- und Straßenlinien führen. 

Russen geraten in die Defensive

Als Reaktion auf den Vormarch der ukainischen Truppen feuerte Russland Raketen auf die Region. Dabei wurden nach Angaben von Kiew mindestens 14 Menschen, darunter auch Kinder, verletzt.

Die russische Militärverwaltung lässt immer mehr Orte in den besetzten Gebieten evakuieren und schickt mehr Truppen in die Region Charkiw. Zunächst sollen Isjum und Kupjansk geräumt werden, wie der Chef der von Russland eingesetzten Militärverwaltung, Witali Gantschew, laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass sagte.

Lage im Atomkraftwerk Saporischschja immer instabiler

Daneben bereitet die Lage im umkämpften Atomkraftwerk Saporischschja verstärkt Sorgen. Laut internationalen Beobachtern vor Ort gibt es keine externe Stromversorgung mehr für die Kühlung von Reaktorkernen und Atommüll.

"Der Beschuss hat einen vollständigen Stromausfall in Enerhodar verursacht und gefährdet den Sicherheitsbetrieb des nahe gelegenen Kernkraftwerks Saporischschja", erklärte der Direktor der Interationalen Atomenergiebehörde, Rafael Mariano Grossi. Er hält die Wahrscheinlichkeit, dass eine zuverlässige Stromversorgung außerhalb des Kraftwerks wiederhergestellt werden kann, für gering. 

Grossi fordert eine isolierte Sicherheitszone um das Kraftwerk, um einen atomaren Unfall zu verhindern. "Der Beschuss gefährdet das Betriebspersonal und seine Familien und erschwert eine angemessene Personalausstattung des Kraftwerks. Zusammengenommen hat sich das Risiko eines nuklearen Unfalls erheblich erhöht."

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