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Türkei braucht russische Devisen - Touristen und Oligarchen willkommen

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Von Kristina Jovanovski
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Ausländische Besucher:innen sind eine wichtige Einnahmequelle für die Türkei.
Ausländische Besucher:innen sind eine wichtige Einnahmequelle für die Türkei.   -   Copyright  Francisco Seco/Copyright 2022 The Associated Press.

Der Tourismus in der Türkei erholt sich nach der Corona-Pandemie. Ausländische Besucher sind eine wichtige Einnahmequelle für das Fischrestaurant von Niko Valdes am Ufer des Bosporus in Istanbul. Doch in diesem Jahr steht es vor ganz anderen Herausforderungen. 

"Mit den Kreditkarten haben wir große Problem. Die Russen, die ins Restaurant kommen, zahlen mit Kreditkarte, aber sie funktioniert nicht. Das ist sehr unerfreulich, für mich, aber auch für meine Gäste. Für die russischen Besucher ist es schwierig", so der Gastronom. 

Während russische Touristen weiterhin in die Türkei kommen, verschärft die EU die Vorschriften für sie. Die ukrainische Regierung hatte die EU und die G7 aufgefordert, ihre Einreise ganz zu verbieten. Ob sie das auch von der Türkei verlangt, darauf hat das ukrainische Außenministerium auf Anfrage von Euronews nicht reagiert.

"Die Türkei hat in diesem Krieg eine einzigartige Rolle gespielt - sie lieferte Drohnen an die Ukraine und unterhielt gleichzeitig Beziehungen zu Russland - vor allem finanzielle", sagt Euronews-Korrespondentin Kristina Jovanovski.

Viele Yachten von russischen Oligarchen, die vor den westlichen Sanktionen geflohen sind, liegen vor der beliebten Südküste der Türkei, darunter soll die auch Yacht des russischen Milliardärs Dmitry Kamenshchik sein. 

Die USA haben gewarnt, dass türkischen Unternehmen Strafen drohen, wenn sie mit sanktionierten Russen zusammenarbeiteten. Aber Ankara weist die Bedenken zurück. Man werde den Handel mit den Nachbarn der Türkei verbessern, ohne gegen die Sanktionen zu verstoßen, heißt es. 

Jedes Geschäft, das die Türkei machen kann, ist lebenswichtig für ihre angeschlagene Wirtschaft. Die offizielle Inflationsrate liegt derzeit bei mehr als 80 Prozent. Die Popularität des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ist stark belastet.

Tourismuseinnahmen sind im Hinblick auf die Wahl im nächsten Jahr besonders wichtig, meint Ökonom Can Selcuki. Russische Touristen stellen dabei mit fast 2,2 Millionen Besucher:innen die zweitgrößte Gruppe.

"Angesichts der derzeitigen makroökonomischen Lage in der Türkei und des dringenden Bedarfs an jeder Art von Devisen, sind russische Touristen sehr wichtig", so Can Selcuki.

Für Restaurantbesitzer Valdes machen die Russen etwa die Hälfte seines Geschäfts aus. "Unsere Wirtschaft liegt am Boden, aber der Tourismus, die Russen, die hierher kommen, bringen gute Einnnahmen."

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