9.000 russische Soldaten in Belarus: Angst vor einer neuen Front

Access to the comments Kommentare
Von Euronews
Bilder russischer Soldaten im belarussischen Staatsfernsehen
Bilder russischer Soldaten im belarussischen Staatsfernsehen   -   Copyright  BELARUSIAN DEFENCE MINISTRY VIA VOEN TV

Russische Truppen in Belarus wecken Ängste vor einer neuen Front für die Ukraine. Russland hat die ersten von insgesamt 9.000 Soldaten für eine gemeinsame Truppe in die Ex-Sowjetrepublik entsandt. Das belarussische Verteidigungsministerium hat Aufnahmen von russischen Soldaten veröffentlicht, die in Belarus eintreffen. 

Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hatte die Aufstellung der gemeinsamen Truppe in der vergangenen Woche bekanntgegeben. Man wolle die belarusssische Grenze zur Ukraine schützen, weil man Angriffe aus der Ukraine befürchte, lautete die Begründung. 

9.000 russische Soldaten in Belarus

"Wir befinden uns auf dem Gebiet eines souveränen Staates, der Republik Belarus, und sind aus der zentralen Region Russlands gekommen. Genauer gesagt, komme ich aus Moskau", sagt ein junger russischer Soldat mit Sturmhaube im belarussischen Staatsfernsehen. 

Man sei hier, um dem brüderlichen Volk, der Republik Belarus, zu helfen, ihre Grenzen zu stärken und allen zu zeigen, wie vereint die Völker Russlands und Belaus seien, so der Soldat. 

Lukaschenko sagt, es gebe keine Angriffspläne auf die Ukraine. Doch die Spannungen sind in den letzten Wochen gestiegen, nachdem russische Flugzeuge wieder von belarussischem Territorium aus die Ukraine bombardiert haben. In den letzten Tagen wurde die ukrainische Hauptstadt Kiew nach längerer Zeit der Ruhe wieder bombardiert - vermutlich aus Rache für eine Explosion auf der für Russland so wichtigen Krim-Brücke. 

Schon zu Kriegsbeginn hatte Russland das belarussisches Gebiet als Aufmarschbasis für den Angriff auf die Ukraine genutzt. Belarus gilt als engster Partner Russlands - und hat sich in der UN-Vollversammlung als eines von fünf Ländern gegen die Verurteilung des russischen Angriffs ausgesprochen.

Belarus hat auch seine eigenen militärischen Aktivitäten verstärkt. "Jetzt haben wir alle Waffen vom Verteidigungsministerium erhalten, die wir bekommen sollten, und haben sie in den Waffenkammern gelagert", teilte der Chef des belarussischen Zivilschutzes, Wadim Sinjawski, im Staatsfernsehen mit. Es seien zugleich Einheiten gebildet worden, die zusammen mit dem Militär "zur Verteidigung des Vaterlands" herangezogen werden könnten, versicherte Sinjawski.

***