Briten feiern deutsche Journalistin für "F-Bombe" im Live-TV

Die F-Bombe in der Live-Schalte? Was in Großbritannien nicht möglich ist, hat Annette Dittert im deutschen Fernsehen gemacht. Und bei viele Beigeisterung ausgelöst.
Die F-Bombe in der Live-Schalte? Was in Großbritannien nicht möglich ist, hat Annette Dittert im deutschen Fernsehen gemacht. Und bei viele Beigeisterung ausgelöst. Copyright David Cliff/AP
Von Alexandra Leistner
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Die deutsche Journalistin Annette Dittert zitierte in einem Beitrag über die Regierungskrise in Großbritannien einen Abgeordneten, der fluchte - ganz zur Erheiterung des Internets.

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Der Rücktritt der britischen Premierministerin Liz Truss war am Mittwochabend absehbar. Zu diesem Zeitpunkt gab es bei einer Abstimmung im Parlament ein großes Durcheinander. Nach mehreren krisengeplagten Wochen und Rücktritten in ihrer Regierung war das Chaos für Truss zu diesem Zeitpunkt perfekt.

Für ihre Einschätzung der Lage zu diesem Moment wird die deutsche ARD-Journalistin Annette Dittert jetzt im Netz gefeiert. Britischen User:innen gefällt besonders, dass die Korrespondentin und Chefin des Büros in London, dabei auf Englisch fluchte.

Allerdings kamen die Worte nicht von Dittert selber, sondern sie zitierte lediglich den konservativen Abgeordneten Craig Whittaker, der am bei den Streitigkeiten im Parlament wohl sagte "I’m fucking furious, and I don’t fucking care anymore" (übersetzt heißt das so viel wie: Ich bin verdammt nochmal wütend und es ist mir mittlerweile scheißegal) als es darum ging, ob es für die Tories bei der Abstimmung einen Fraktionszwang gab.

Fluchen im britischen TV ist genauso unüblich wie in Deutschland. Das sogenannte F-Wort auch (F-Bombe) fällt normalerweise nicht.

Das Zitat trug Dittert in ihrem Beitrag auf Englisch vor, was wohl dazu beiträgt, dass der Clip der Reporterin im Internet tausende Mal geteilt und geliked wurde. Einige Tweets, die auf das Video hinwiesen, wurden schnell viral. "Dafür muss man kein Deutsch sprechen", fügt Ben Phillips seinem Tweet bei, in dem er den TV-Beitrag teilt.

Christian Odendahl vom Economist nennt Dittert "einen nationalen Schatz". 

Dittert selbst teilte das Video mit dem Vermerk, dass es sicherlich das erste Mal sei, dass sie im Fernsehen fluche. Am heutigen Freitag schrieb sie dann, sie habe es "endlich" in das britische Tabloid-Magazin "Daily Mail" geschafft.

In dem Mail-Artikel heißt es in der Überschrift "Selbst die Deutschen lachen über uns" und die deutsche Reporterin habe eine "sehr bunte" Sprachwahl getroffen. In anderen britischen Medien hieß es, Userinnen und User hätten hysterisch (vor Freude) auf das Zitat reagiert.

"Ich spreche kein Deutsch, also ist das sinnlos... oh nein, warte... das ist unbezahlbar", scherzte einer, während ein anderer schrieb: "Der beste Kommentar zum Truss-Rücktrittschaos aus dem deutschen Fernsehen (*unbedingt bis zum Ende ansehen)".

Das Video zum Nachschauen finden Sie hier nachfolgend:

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