Serbien: Wie die Ankunft von Russen und Ukrainern die Städte verändert

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Von Euronews
Über 100,00 Russen sind nach Ausbruch des Krieges nach Serbien gekommen.
Über 100,00 Russen sind nach Ausbruch des Krieges nach Serbien gekommen.   -   Copyright  AP Photo/Darko Vojinovic   -  

Seit dem Kriegsbeginn in der Ukraine vor neun Monaten hat Serbien über 18,000 ukrainische Flüchtlinge aufgenommen. Gleichzeitig haben sich seitdem über 104,000 Russen in Serbien niedergelassen. Das hat immense Auswirkungen auf die Demografie und den Arbeits- und Immobilienmarkt in Belgrad.

"Ich bin am 20. März nach Serbien gekommen. Ich arbeite zurzeit nicht, weil es sehr schwer ist, eine Arbeit zu finden“, sagt Tanja Vukas, eine Ukrainerin, die aus Tschernihiw nach Serbien geflüchtet ist. "Ich fühle mich hier wohl. Die Leute haben uns auch akzeptiert".

In einem Belgrader Café, dessen Besitzer ein Russe ist, treffen sich viele der russischen Neuankömmlinge. Ilja Setschanow ist einer von ihnen. Er ist wie die meisten Russen, die sich seit dem 24. Februar in Serbien niedergelassen haben: Jung, gut ausgebildet und arbeitet im IT-Sektor.

"Mehr Möglichkeiten als in Moskau"

"Wir haben hier so viele Möglichkeiten, sogar einige, die wir nicht mal in Moskau hatten“, sagt Setschanow. "Es gibt viele Bereiche, die wir füllen können, sowohl was den Immobilienmarkt als auch den IT-Sektor und andere Berufe betrifft".

Mietpreise gestiegen

Da die meisten von ihnen auch mit Kindern nach Serbien ziehen, gibt es einen hohen Bedarf an Wohnungen in den Innenbezirken Belgrads. Mit der Folge, dass die Mietpreise sich im letzten halben Jahr verdoppelten.

Laut dem Immobilienmakler Nicola Cobic muss "die Wohnung komplett ausgestattet sein und gute Haushaltsgeräte sowie eine gute Internetverbindung haben, also alles, was ein angenehmes und komfortables Leben ausmacht. Auch die Lage ist für sie sehr wichtig".

Gemeinsamer Unterricht

Die steigende Zahl von Russen und Ukrainern in Serbien macht sich auch in den Schulen bemerkbar. Zwar nehmen die Kinder gemeinsam am Unterricht teil. Ukrainische Schüler werden aber als Flüchtlinge behandelt, russische Kinder als Ausländer.