Nationale Schweigeminute nach Tötung von Lehrerin durch Schüler (16)

Polizisten vor der Privatschule in Saint-Jean-de-Luz
Polizisten vor der Privatschule in Saint-Jean-de-Luz Copyright Bob Edme/Copyright 2023 The AP. All rights reserved.
Von Euronews mit AP, dpa
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In Gedenken an die 52-jährige Lehrerin, die in Saint-Jean-de-Luz von ihrem Schüler erstochen wurde, wird Donnerstagnachmittag um 15 Uhr MEZ an allen französischen Schulen eine Schweigeminute abgehalten. Das Motiv des 16-Jährigen liegt noch im Dunkeln. Vermutet werden psychische Probleme.

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In Frankreich herrscht Entsetzen nach der Ermordung einer Spanischlehrerin während des Unterrichts an einem Gymnasium im Baskenland.

Einer ihrer Schüler stach unvermittelt mit einem Messer auf die 52-Jährige ein. Die Lehrerin erlitt tödliche Verletzungen. Gegen den festgenommenen 16-Jährigen wird wegen vorsätzlicher Tötung ermittelt.

Nach der Bluttat mussten die Schülerinnen und Schüler auf Anweisung der Polizei noch zwei Stunden im Klassentraum ausharren, bis sie von ihren Eltern abgeholt werden durften.

Zwei Mitschülerinnen des Tatverdächtigen äußerten sich anonym. Eine von ihnen sagte: "Ich habe nicht richtig gesehen, wie er aufgestanden ist, aber als er zugestochen hat, war er sehr ruhig."

"Sie war nett"

Ihre Klassenkameradin sprach über das Opfer: "Sie war eine Lehrerin, sie hatte nichts Besonderes an sich, sie war nett, sie hat nie negative Bemerkungen gemacht. Ich meine, sie hatte keine besonders schlechte Beziehung zu diesem Schüler."

Die Tat ereignete sich an einer katholischen Privatschule in Saint-Jean-de-Luz südlich von Biarritz am Atlantik. Der Schüler soll das Klassenzimmer von innen abgeschlossen haben, bevor er der Lehrerin in den Brustkorb stach.

Minister: "Zeit der Emotionen"

Vor Ort sagte der französische Bildungsminister Pap Ndiaye: "Dies ist ein trauriger Tag für das Bildungswesen. Es ist ein trauriger Tag, natürlich auch für diese Schule. Und die Zeit der Untersuchung wird kommen, die Zeit der möglichen Schlussfolgerungen wird kommen. Heute ist die Zeit der Emotionen. Es ist die Zeit der Solidarität. Wir sind hier zusammen mit den Behörden anwesend: dem Präfekten, der Rektorin und den gewählten Vertretern. Letztlich ist es die gesamte Nation, die hier anwesend ist und ihre Betroffenheit und Erschütterung zum Ausdruck bringt."

In allen französischen Schulen sollte Donnerstagnachmittag eine Schweigeminute abgehalten werden. 

Hintergrund der Tat könnten psychische Probleme sein. Medien berichteten unter Berufung auf einen Lehrer, der Schüler sei von einer Stimme in seinem Kopf zur Tat getrieben worden. Dies habe der Schüler dem Lehrer anvertraut. 

Seitens der ermittelnden Behörden gab es noch keine Stellungnahmen zum genauen Tatablauf und zu einem möglichen Motiv.

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