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Abtreibung, Klima, LGBT: Es gibt viel zu tun - 4 inspirierende Frauen im Porträt

Vier herausragende Frauen im Potrait
Vier herausragende Frauen im Potrait Copyright Euronews
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Von Euronews
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Allen Widrigkeiten zum Trotz gibt es viele Frauen, die für das kämpfen, woran sie glauben, und die auf eine bessere Welt hoffen. Und weil nichts inspirierender wirkt, als gute Beispiele, stellen wir Ihnen vier starke Frauen vor!

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An diesem 8. März gibt es keinen Grund zum Jubel: Laut UN-Bilanz ist die Gleichstellung der Geschlechter noch 300 Jahre entfernt.

Und: Die Rechte der Frauen werden überall auf der Welt "missbraucht, bedroht und verletzt", so UN-Generalsekretär António Guterres in seiner Rede zur Eröffnung einer zweiwöchigen Sitzung der UN-Frauenrechtskommission anlässlich des bevorstehenden Internationalen Frauentags am 8. März.

Und dennoch: Allen Widrigkeiten zum Trotz gibt es viele Frauen, die für das kämpfen, woran sie glauben, und die auf eine bessere Welt hoffen. Und weil nichts inspirierender wirkt, als gute Beispiele, stellen wir Ihnen vier starke Frauen vor:

Czarek Sokolowski/AP Photo
Marte LempartCzarek Sokolowski/AP Photo

1. Marta Lempart: Der Kampf für Abtreibungsrechte in Polen

"Einer der gefährlichsten Orte für eine schwangere Frau in Polen ist das Krankenhaus". Das sagt Marta Lempart, in zahlreichen polnischen Protestbewegungen führend aktiv und eine der Initiatorinnen der Organisation Allpolnischer Frauenstreik (AF), die das Recht auf Schwangerschaftsabbruch fordert und sich gegen die Verschärfung des Abtreibungsgesetzes in Polen einsetzt.

Das Land wird oft als einer der Orte in der Europäischen Union eingestuft, ab dem es am schwierigsten ist, eine legale Abtreibung zu bekommen.

Warum sie Krankenhäuser für so gefährlich hält? Weil "Ärzte das Leben der Mutter und ihre Rechte hinter die des Fötus stellen", so Lempart. "Sie bieten ihr nicht einmal eine legale Abtreibung an."

In Polen ist der Eingriff quasi vollständig verboten. Und einigen schwangeren Frauen in extrem schwieriegen Situationen wurde eine wirksame Behandlung verweigert, um den Fötus zu schützen. Aber, sagt Lempart, dank der Arbeit ihrer Mitstreiter:innen gibt es in Polen noch Hoffnung.

AP Photo/Czarek Sokolowski
Marta LempartAP Photo/Czarek Sokolowski

Als sie 2016 mit ihrer Arbeit begann, lag der Zuspruch für die Legalisierung von Abtreibungen in Umfragen bei etwa 37 %. Inzwischen ist diese Zahl auf 70 % gestiegen.

Lempart unterstreicht, dass es in Polen für Frauen, die eine Abtreibung durchführen wollen, ein, wie sie es nennt, "unterirdisches" Parallelsystem gibt, das es eigentlich schon immer gab. "Aber es ist nicht einmal mehr unterirdisch. Es ist ein voll funktionierendes System, das Frauen mit der gewünschten Abtreibung versorgt [...] Seit den Protesten im Jahr 2020 kennt jede die Nummer vonAbtreibung ohne Grenzen." 

Anastasiia Yeva Domani
Anastasiia Yeva DomaniAnastasiia Yeva Domani

2. Anastasiia Yeva Domani: Unterstützung für die ukrainische Trans-Gemeinschaft

Als der Krieg in der Ukraine begann, wurde die Wohnung von Anastasiia Yeva Domani zu einer humanitären Drehscheibe für die Trans-Community des Landes.

"Unser Ziel war es nicht, die Gemeinschaft zu mobilisieren, für sie einzutreten oder die Gesetzgebung zu ändern, sondern in erster Linie, den Menschen zu helfen, mit Lebensmitteln, Geld, Hormonen und Medikamenten", sagte die Mitbegründerin der Organisation Cohort gegenüber Euronews.

Für einige in der Ukraine lebende Transfrauen kann die Hilfe auch rechtliche Unterstützung bedeuten. Das liegt daran, dass viele Mitglieder der Trans-Gemeinschaft in ihren Papieren Geschlechtsmarkierungen haben, die nicht mit ihrem tatsächlichen Geschlecht übereinstimmen - zum Beispiel Trans-Frauen, die in ihren Papieren einen männlichen Geschlechtseintrag haben.

Dies kann für Transfrauen, die versuchen, aus der Ukraine zu fliehen, zum Problem werden, da es Männer im armeefähigen Alter verboten ist, das Land zu verlassen. Ebenso, wenn der Mobilisierungsbefehl eintrifft.

"Es gibt Städte, in denen viele Mobilmachungsbefehle ausgestellt wurden. Daher haben die Menschen dort Angst, auf die Straße oder an einen öffentlichen Ort zu gehen."

Cohort hilft diesen Frauen, ihre Namen aus dem ukrainischen Militärregister zu streichen oder die richtigen Dokumente zu erhalten, um ins Ausland zu ziehen.

Domani hilft auch dabei, die nächste Generation von Trans-Aktivisten in den Grundlagen der Interessenvertretung und in juristischer Assistenz zu schulen.

Zu Beginn der russischen Invasion in der Ukraine konnten zwischen 1.000 und 2.000 Mitglieder der ukrainischen Trans-Gemeinschaft das Land verlassen. Viele von ihnen waren jedoch selbst Menschenrechtsaktivisten und hinterließen eine Lücke, die es zu füllen galt.

Zu diesem Zweck hilft Domani bei der Organisation von zwei Konferenzen in Kiew und Lwiw Ende März. "Auch bei Stromausfall wegen Raketenangriffe versuchen wir, in die nächste Generation zu investieren und nicht nur die Trans-Gemeinschaft, sondern auch unsere Verbündeten weiterzubringen.

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Zanna Vanrenterghem
Zanna VanrenterghemZanna Vanrenterghem

3. Zanna Vanrenterghem: "Aufstehen" für das Klima

Wie viele Menschen ihrer Generation interessierte sich Zanna Vanrenterghem erstmals für den Klimaschutz, als sie den Dokumentarfilm "An Inconvenient Truth (Eine unbequeme Wahrheit)" des ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore sah.

Danach schloss sie sich einer belgischen Klimaaktivistengruppe namens Climate Express an, bevor sie Projektleiterin bei Greenpeace Belgien wurde - einer Gruppe, die versucht, das Land von fossilen Brennstoffen wegzubringen.

Die Auswirkungen des Klimawandels sind in Europa immer offensichtlicher, was immer mehr Menschen dazu veranlasst, sich aktiv zu engagieren. "Ich habe noch nie so viele Menschen gesehen, die sich für das Klima einsetzen", sagte Zanna Euronews gegenüber.

"Ich habe noch nie so viele Großeltern, Jugendliche und junge Erwachsene gesehen, die aktiv versuchen, etwas zu verändern."

In den letzten 40 Jahren haben klimabedingte Ereignisse nach EU-Angaben Schäden in Höhe von 487 Milliarden Euro in der EU verursacht. Und in den letzten 40 Jahren sind vermutlich mehr als 138.000 Menschen durch klimabedingte extreme Naturereignisse in Europa ums Leben gekommen.

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"Es gibt nur sehr wenige Menschen in Europa, die noch keine Hitzewellen, Waldbrände oder Dürren erlebt haben", fügte sie hinzu. "Man muss nur die Augen öffnen und sehen, dass der Klimawandel stattfindet und die Lebensgrundlagen jedes Europäers in gewissem Maße beeinträchtigt."

Sie betonte aber auch, dass es wichtig sei, einen intersektionellen Ansatz für den Klimaaktivismus zu verfolgen.

"Unser Wirtschaftssystem basiert auf struktureller Ungleichheit, Ungleichheit zwischen Männern und Frauen, Ungleichheit zwischen den reicheren und den ärmeren Bevölkerungsschichten.

Und diese strukturelle Ungleichheit ist etwas, das wir abbauen müssen, denn solange sie Teil des Systems ist, gibt es keine Möglichkeit, alle dazu zu bringen, sich für die Bekämpfung des [Klimawandels] einzusetzen."

Taya Gerasimova
Taya GerasimovaTaya Gerasimova

4. Taya Gerasimova: Neue Realitäten in der Ukraine

Für viele Aktivistinnen in der Ukraine wie Taya Gerasimova von Insight Ukraine hat der Krieg einen drastischen Wandel in ihrer Arbeit und in der öffentlichen Einstellung gegenüber Frauen bewirkt.

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Gerasimova gehört zu den Mitgliedern des Women’s March Ukraine, einer Gruppe, die vor der Invasion regelmäßig Frauenrechtsmärsche organisierte. Ihr Hauptziel war es damals, Kiew dazu zu bewegen, die Istanbul-Konvention zu ratifizieren, einen internationalen Vertrag, der die Staaten verpflichtet, aktiv gegen häusliche Gewalt vorzugehen.

Als der Krieg begann, verwandelte sich die Organisation schnell in ein humanitäres Zentrum, das über 35.000 Hilfsanfragen beantwortete, drei neue Notunterkünfte schuf und etwa 7.000 Menschen bei der Suche nach einer Bleibe im Ausland half.

Gerasimova bezeichnet Frauen als "die verletzlichste Gruppe in der Ukraine" - vor allem, wenn sie sich um viele Kinder, ältere Menschen oder Menschen mit Behinderungen kümmern - und fügte hinzu, dass sie im vergangenen Jahr auch einen Wandel in der sexistischen Einstellung beobachtet habe.

Im Jahr 2018 stimmten 29 % der Befragten einer Umfrage der ukrainischen NGO Insight der Aussage zu, dass "Frauen ihren Ehemännern immer gehorchen sollten".

2022 sank diese Zahl auf 8 %. Ähnlich verhält es sich bei anderen Stereotypen, wie z. B. "Eine Frau sollte alle häuslichen Arbeiten verrichten und eine gute Hausfrau sein". 2018 stimmten 43 % der Befragten der Aussage zu, 2022 waren nur noch 2 %.

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Dieser Wandel ist laut Gerasimova zum Teil darauf zurückzuführen, dass "Frauen im gesellschaftlichen Leben [während des Krieges] ein wenig sichtbarer geworden sind. Es gibt jetzt viele Frauen, die sich freiwillig engagieren, Frauen, die der Armee beitreten und als Freiwillige in der humanitären Hilfe tätig sind", sagte sie.

Ein weiterer Grund sei, dass die Organisatoren anfingen zu sagen, "wenn wir uns gegen Russland stellen, müssen wir uns auch gegen diese alten traditionellen Werte stellen".

Und sie fügte hinzu, dass sich die Öffentlichkeit, anstatt sich auf "russische Werte" zuzubewegen, in die entgegengesetzte Richtung bewegen sollte, hin zur "Gleichberechtigung und europäischen Werten".

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