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Gerichtsverfahren droht: Niederländischer Samenspender soll angeblich 550 Kinder gezeugt haben

Symbolbild Samenspende
Symbolbild Samenspende Copyright HENNING BAGGER/AFP
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Von Tuba AltunkayaEuronews
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Hinter der Klage steht eine Frau, die 2018 mit seinem gespendeten Samen ein Kind gezeugt hat und die Donorkind Foundation, eine Organisation, die sich für die Rechte von Spenderkindern einsetzt.

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Ein  Samenspender aus den Niederlanden muss sich vor Gericht verantworten. Der 41-Jährige aus Den Haag hat angeblich mindestens 550 Kinder auf der ganzen Welt gezeugt. Doch eigentlich besagen Richtlinien, dass ein Spender nur Samen für bis zu 25 Nachkommen oder für 12 Familien spenden kann, um potentielle Inzestbeziehungen zu verhindern und die psychische Gesundheit von Spenderkindern zu schützen.

Hunderte Geschwister: "ungutes Bauchgefühl"

Hinter der Klage steht eine Frau, die 2018 mit seinem gespendeten Samen ein Kind gezeugt hat und die Donorkind Foundation, eine Organisation, die sich für die Rechte von Spenderkindern einsetzt.

Wenn ich gewusst hätte, dass er bereits mehr als hundert Kinder gezeugt hat, hätte ich diesen Spender nie ausgewählt.

Der Mann, der von der niederländischen Presse Jonathan M. genannt wird, hat laut der Stiftung sein Sperma an mindestens 13 Kliniken in den Niederlanden und im Ausland gespendet.

"Wenn ich gewusst hätte, dass er bereits mehr als hundert Kinder gezeugt hat, hätte ich diesen Spender nie ausgewählt", sagte die Mutter, die das Verfahren gegen ihn angestrebt hatte, in einer Erklärung.

"Wenn ich an die Folgen denke, die das für mein Kind haben kann, bekomme ich ein ungutes Bauchgefühl. Und was ist in Zukunft: Wie viele Kinder kommen noch dazu? Vor Gericht zu gehen ist der einzige Weg, mein Kind zu schützen“, fährt sie fort.

Der Mann wurde bereits 2017 in den Niederlanden auf eine Schwarze Liste gesetzt, nachdem bekannt wurde, dass er mehr als hundert Spenderkinder gezeugt hatte.

Die niederländische Gesellschaft für Geburtshilfe und Gynäkologie (NVOG) forderte damals alle Samenbanken und Kliniken auf, die Verwendung seines Spermas sofort einzustellen.

‚Hat sein Sperma unter der Theke angeboten‘

Jonathan M. soll trotzdem weiterhin im Ausland und über illegale Kanäle gespendet haben. Die Donorkind-Stiftung behauptete, der Spender wende sich über soziale Medien an potenzielle Mütter, um sein Sperma unter der Theke anzubieten.

Laut dem Anwalt der Stiftung, Mark de Hek, hat der Spender gegen Vereinbarungen mit den Kliniken und mit den werdenden Eltern verstoßen, die sich auf seine Zusage verlassen hatten, nur bis zu 25 Kinder zu zeugen.

„Der Spender hat seinem Fortpflanzungsdrang Priorität eingeräumt. Sein Verhalten stellt eine Bedrohung für das geistige und körperliche Wohlbefinden der Spenderkinder dar“, so de Hek.

Laut niederländischen Medien lebt Jonathan M. mittlerweile in Kenia und wollte sich zu dem Gerichtsverfahren gegen ihn nicht äußern.

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