Mit 68 in Rente? Die tschechischen Gewerkschaften sträuben sich

Kundgebung in Prag
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Kundgebung in Prag gegen die von der Regierung vorgesehene Rentenreform und das Vorhaben, das Renteneintrittsalter auf 68 Jahre anzuheben.

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Rund 2000 Menschen folgten in Prag dem Gewerkschaftsaufruf, sich auf einer Kundgebung lautstark gegen die Rentenreform zu stemmen. Der Hauptkritikpunkt ist die Aussicht, vielleicht bald erst mit 68 Jahren in den Ruhestand gehen zu können.

Martina Netrvalova arbeitet als Krankenschwester. Sie vertritt die Meinung: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mit 68 Jahren noch auf der Station herumlaufen und Patienten versorgen werde."

„So in den Ruhestand gehen, dass man ihn noch genießen kann"

„Man sollte so in den Ruhestand gehen, dass man ihn noch genießen kann. Deshalb ist die Grenze des Ruhestands so wichtig", so Stanislav Jindra, ein Mechaniker.

Die Gewerkschaften bemängeln, dass im Vorschlag der Regierung keine Sonderregelung für besonders anspruchsvolle Berufe vorgesehen ist. Josef Stredula, der Vorsitzende des Tschechisch-Mährischen Gewerkschaftsbundes ist guter Dinge, für eine Umkehr sorgen zu können.

„Der Protest, die Reaktionen der Bevölkerung und die Umfragen, die zu diesem Thema durchgeführt werden, werden einer der Gründe sein, warum das Rentenalter nicht angehoben wird", so Stredula.

Auch der frühere Ministerpräsident Andrej Babiš, der der Partei ANO vorsteht, beteiligte sich an der Kundgebung.

Stredula: „Ich wäre sehr froh, wenn es solche Proteste nicht gäbe. Ich würde es gerne sehen, wenn solche Dinge in der Debatte geklärt werden. Sonst wird das Problem noch größer."

Für den Fall, dass es zu keiner Verhandlungslösung kommt, drohen die tschechischen Gewerkschaften mit einer Ausweitung der Proteste.

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