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Nach Skandal um Vinícius Júnior: Das Rassismusproblem ist größer als der Fußball

Auf dem Foto des brasilianischen Spielers steht auf portugiesisch "Kampf gegen den Rassismus".
Auf dem Foto des brasilianischen Spielers steht auf portugiesisch "Kampf gegen den Rassismus". Copyright Tuane Fernandes/Copyright 2023 The AP. All rights reserved.
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Von Euronews
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Nachdem der brasilianische Real-Spieler Vinícius Júnior erneut von gegnerischen Fans rassistisch beleidigt wurde, kam es in seinem Heimatland zu Protesten.

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Vor der spanischen Botschaft in São Paulo prangern Protestierende den Rassismus in La Liga, der höchsten spanischen Fußballliga, an. Der Brasilianer Vinícius Júnior, Spieler von Real Madrid, ist am Sonntag erneut von gegnerischen Fans rassistisch beleidigt worden - und hat sich danach deutlich geäußert.

Nach dem Spiel schilderte der Angreifer seine Eindrücke auf Twitter, Rassismus gehöre in La Liga zum Alltag.

Auch Simone Nascimento, Mitglied des Movimento Negro Unificado (Vereinigte Schwarze Bewegung) fand während der Proteste vor der spanischen Botschaft deutliche Worte:

„Der spanische Staat weist sehr deutliche Spuren von extrem neo-faschistischen Rechtsradikalen auf, die gegen Zuwanderung sind. La Liga spiegelt also, was die schwarze Bevölkerung in diesem Land erlebt. Es ist also sehr mutig von Vini (Vinícius Júnior), rassistische Gewalt anzuprangern.“

Mehrere Festnahmen

Drei Zuschauer, die Vinícius am Sonntag während des Spiels in Valencia rassistisch beleidigt hatten, wurden festgenommen. So auch vier weitere, die im Januar eine Puppe mit seinem Trikot von einer Brücke gehängt hatten. 

Das Problem ist dabei größer als der Fußball:

„Natürlich habe ich noch nie in einem Fußballstadion gespielt, in dem tausende Menschen „Affe!“ rufen, aber im Alltag haben mich Dinge, die vielleicht weniger aggressiv waren, wie Dreck fühlen lassen. Ich weiß also, was er durchgemacht hat“, berichtet der kubanische Journalist und Autor Abrahim Jiménez Enoa von seinen Erfahrungen.

Der Verein hat Anzeige gestellt

Real Madrid hat sich geschlossen hinter seinen Spieler gestellt: In einer Mitteilung verurteilte der Verein die Vorfälle scharf und stellte wegen Hassverbrechens und Diskriminierung Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. Auch Trainer Ancelotti sprach nach der Partie den Rassismus in der Liga an.

Sogar der brasilianische Präsident Lula da Silva äußerte sich zu den Vorfällen: "Es ist nicht möglich, dass fast in der Mitte des 21. Jahrhunderts rassistische Vorurteile in mehreren Fußballstadien in Europa an Stärke gewinnen.“

Valencia wird die nächsten fünf Spiele als Strafe vor teilweise geschlossenen Rängen spielen – und die spanische Liga wird sich mit ihrem Rassismus-Problem auseinandersetzen müssen.

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