Über Belarus und Russland kommen mehr Migranten nach Europa

Ein Gruppe Migranten in den Wäldern der polnisch-belarussischen Grenzregion
Ein Gruppe Migranten in den Wäldern der polnisch-belarussischen Grenzregion Copyright Euronews
Von Magdalena Chodownik
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Immer mehr Migranten aus Afrika und dem Nahen Osten kommen über die belarussische Route nach Europa.

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Immer mehr Migranten aus Afrika und dem Nahen Osten kommen über die belarussische Route nach Europa. Die deutschen Bundesländer an der Grenze zu Polen haben kürzlich die Wiedereinführung von Grenzkontrollen ins Gespräch gebracht. 

Trotz der Mauer, die Polen entlang der Grenze gebaut hat, wird die Migrantenroute durch Russland und Belarus immer noch genutzt. Sachsens Innenminister Schuster will stärker kontrollieren lassen. Bundesinnenministerin Faeser lehnt den Vorschlag bislang ab.

"Die Migranten haben oft noch frische russische Visa"

Der polnische Grenzschutz sagt, dass die Menschen auch über die baltischen Länder kommen. Die Migranten hätten oft noch "frische russische Visa". "Die von deutscher Seite genannten Personen sind Menschen, die über Belarus oder Russland gekommen sind, sagt Anna Michalska vom polnischen Grenzschutz. 

"Wir haben auch Informationen von der lettischen und litauischen Seite, dass viele Menschen, die die Grenze von Belarus aus illegal überquert haben, in offenen Zentren für Ausländer untergebracht waren. In diesem Jahr haben wir an der polnisch-litauischen Grenze doppelt so viele Migranten aufgehalten wie zur gleichen Zeit im Vorjahr."

Auch an der polnisch-belarussischen Grenze gibt es mehr Migranten. Freiwillige leisten humanitäre Hilfe für die Menschen, die sich dort in den Wäldern der Grenzregion aufhalten.

Michał Wolny engagiert sich bei der Stiftung "Ocalenie". Er geht mit einem großen Rucksack, vollgepackt mit dem Nötigsten, in den Wald. "Zurzeit, vor allem nach dem Winter, gibt es eine Intensivierung dieser Bewegung an der polnisch-belarussischen Grenze. Im Frühling gibt es einfach viel mehr Einsätze. Unsere Gruppe hat in den letzten 24 Stunden vier solcher Einsätze gehabt", erklärt er. 

"Zunehmende Verrohung seitens der Grenzschützer"

Man sehe aber auch eine zunehmende Verrohung seitens der Grenzschützer beider Länder. "Es gibt mehr Verletzungen, Gewalttaten gegenüber den Flüchtlingen", so Wolny.

Die Migranten versuchen, über die Mauer an der Grenze zu klettern, oder sie wählen schwierigere und gefährlichere Routen durch Flüsse und Sümpfe. Eine Frau aus Kamerun sagt, sie sei über Russland gekommen. "Von meinem Land aus sind wir mit dem Flugzeug nach Russland geflogen, weil es in unserem Land nicht so einfach ist, ein direktes Visum für Frankreich zu bekommen. Wir haben alle möglichen Wege genommen, um dorthin zu kommen, mit allen möglichen Risiken."

Nachdem sie die Grenze zu Fuß überquert hatten, sind sie in einem Waldstück nahe der Grenze, ohne ein Dach über dem Kopf und nur mit ein paar Taschen. "Ich habe mein Land verlassen, weil dort Krieg herrscht und es keine Stabilität gibt. Wir sind auf der Suche nach einem besseren Leben", sagt ein Mann aus der Gruppe.

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