Der ewige Erdoğan: Gute Aussichten für den amtierenden Präsidenten bei der Stichwahl

Erdoğan kann bei der türkischen Wählerschaft nach wie vor auf Rückhalt bauen.
Erdoğan kann bei der türkischen Wählerschaft nach wie vor auf Rückhalt bauen. Copyright Francisco Seco/Copyright 2023 The AP. All rights reserved
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Von Euronews mit AP
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Erdoğan kann sich bei der Stichwahl gute Chancen ausrechnen, nachdem Sinan Oğan ihm seine Unterstützung zugesagt hat. Kılıçdaroğlu lässt derweil nichts unversucht, um die Wähler:innen von sich zu überzeugen.

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Der amtierende türkische Präsident Erdoğan beendet seine Wahlkampagne mit einem Bad in der Menge.

Gute Aussichten für Erdoğan

Tausende Menschen haben sich in Istanbul um den Präsidenten versammelt, der den anstehenden Stichwahlen entspannt entgegenblicken dürfte: In der ersten Wahlrunde konnte er sich 49,5 Prozent der Stimmen sichern.

Inzwischen kann er auch auf die Unterstützung Sinan Oğans bauen, der 5 Prozent der Stimmen erzielen konnte.

Das könnte ausreichen, um seinen Konkurrenten Kemal Kılıçdaroğlu auszustechen. Der Sozialdemokrat erhielt in der ersten Runde 44,9 Prozent der Stimmen. Kılıçdaroğlu wird von einer überparteilichen Koalition unterstützt – sechs Parteien haben sich hinter dem vielversprechendsten Erdoğan-Konkurrenten versammelt.

Kılıçdaroğlu zieht alle Register

Er verspricht, die Türkei bei einem Wahlsieg zurück in die Demokratie zu führen.

Um den amtierenden Präsidenten zu besiegen, setzte Kılıçdaroğlu zuletzt auf extreme Aussagen, unter anderem zum Thema Migration: Er kündigte an, Millionen von geflüchteten Menschen des Landes zu verweisen, solle er an die Macht kommen, wohl in der Hoffnung, nationalistische Wähler:innen von sich überzeugen zu können.

Außerdem setzt er auf acht Millionen Nicht-Wähler:innen, von denen er hofft, sie auf seine Seite ziehen zu können.

Die Türkei in der Krise

Während die Türkei also auf die entscheidende Stichwahl zugeht, kämpft das Land gleichzeitig gegen die Wirtschaftskrise an – die Landeswährung Lira ist auf ein Rekordtief gesunken. Auch die Wunden des Erdbebens im Februar sind noch nicht verheilt. Und dennoch kann Präsident Erdoğan auch nach zwanzig Jahren Amtszeit auf Rückhalt bauen.

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