Anklage gegen Trump: Geheime Papiere über Atomwaffen in der Dusche

Sonderermittler Jack Smith
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Von Euronews mit AP, dpa
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Kisten mit Verschlusssachen soll Donald Trump unter anderem in seinem Schlafzimmer, einem Badezimmer, einer Dusche, einem Ballsaal und einem Lagerraum aufbewahrt haben.

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Gegen den früheren US-Präsidenten Donald Trump ist Anklage erhoben worden, weil er nach seinem Ausscheiden aus dem Weißen Haus Hunderte Geheimdokumente in seinem Besitz behalten hat - auch einige über Atomwaffen und Angriffspläne. Er soll sie sogar Gästen in seiner Residenz in Florida gezeigt haben. 

Wie aus der 49-seitigen Anklageschrift hervorgeht, umfassen die Anklagepunkte eine Verschwörung zur Behinderung der Ermittlungen und die gesetzeswidrige Aufbewahrung höchstsensibler Informationen, darunter Details zu nuklearen Fähigkeiten der USA. Insgesamt werden sieben Kategorien von Vergehen aufgeführt, Trump werden insgesamt mehr als 35 Straftaten zur Last gelegt.

Die Bundespolizei FBI hatte im August sein Privatanwesen Mar-a-Lago in Florida durchsucht und mehr als 300 geheime Dokumente gefunden. Kisten mit Verschlusssachen habe Trump dort unter anderem in seinem Schlafzimmer, einem Badezimmer, einer Dusche, einem Ballsaal und einem Lagerraum aufbewahrt.

"Schauen Sie sich das an"

"Wir haben in diesem Land eine Reihe von Gesetzen, und die gelten für alle", sagte Sonderermittler Jack Smith bei der Verselung der Anklageschrift. "Die Anwendung dieser Gesetze, das Sammeln von Fakten. Das ist es, was das Ergebnis einer Untersuchung bestimmt. Nicht mehr und nicht weniger."

Donald Trump bestreitet jedes Fehlverhalten. Die Ermittler führen in der Anklageschrift detailliert auf, wie Trump mit anderen Personen über die teils streng geheimen Informationen sprach oder diese Dritten zeigte. 

Eine Tonaufnahme dokumentiere etwa ein Zusammentreffens Trumps mit einem Schriftsteller für ein Interview. Dabei habe Trump gesagt, er habe ein "höchst vertrauliches" Dokument gefunden, in dem es um den Plan des US-Militärs für einen Angriff auf ein Land gehe, dessen Name in dem Text ausgespart werde. Laut Abschrift der Aufnahme sagte Trump kurze Zeit später: "Das sind geheime Informationen. Schauen, schauen Sie sich das an." 

Kann Trump mitten im Wahlkampf im Gefängnis landen?

Die brisanten Vorwürfe könnten den Präsidentschaftsbewerber ins Gefängnis bringen. Der ohnehin aufgeladenen Wahlkampf für die Präsidentschaftswahl 2024 stellt die US-Demokratie einmal mehr auf die Probe. In Umfragen liegt Trump im Feld der republikanischen Präsidentschaftsanwärter weit vorne. 

Es ist das erste Mal, dass gegen einen Ex-Präsidenten der USA auf Bundesebene Anklage erhoben wurde. Trump war im April bereits im Zusammenhang mit Schweigegeldzahlungen an einen Pornostar auf Bundesstaaten-Ebene in New York angeklagt worden. Es wird aber noch in anderen Fällen gegen Trump ermittelt. Bislang wiegen die Vorwürfe im Zusammenhang mit den Dokumenten juristisch aber am schwersten.

Trump wertet die Anklage gegen ihn als "Wahleinmischung auf höchster Ebene" und als "Kriegsführung" mit juristischen Mitteln. US-Präsident Joe Biden, gegen den Trump 2024 wieder antreten will, wies dies erneut zurück: Er habe in der Sache keinen Kontakt mit dem Justizminister.

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