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"Harter Kampf" - Erfolge bei der Offensive, aber auch hohe Verluste

Die Ukraine macht nach eigenen Angaben langsame, aber stetige Fortschritte bei ihrem Vorstoß in russisch besetzte Gebiete.
Die Ukraine macht nach eigenen Angaben langsame, aber stetige Fortschritte bei ihrem Vorstoß in russisch besetzte Gebiete. Copyright ANATOLII STEPANOV/AFP or licensors
Copyright ANATOLII STEPANOV/AFP or licensors
Von Isidro Murga
Zuerst veröffentlicht am
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Die Ukraine macht nach eigenen Angaben langsame, aber stetige Fortschritte bei ihrem Vorstoß in russisch besetzte Gebiete, angeblich seien 100 Quadratkilometer zurückerobert. Moskau meldet einen einen Propagandaerfolg: Russland will mehrere Leopard-Panzer erbeutet haben.

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Seit Tagen hissen ukrainische Streitkräfte immer wieder stolz die blau-gelbe Flagge in den von der russischen Besatzung befreiten kleinen Ortschaften. Von sechs Dörfern im Gebiet Donezk und einem Ort im Gebiet Saporischschja spricht Kiew, mehr als 100 Quadratkilometer insgesamt. 

Putin lässt wieder auch Wohnhäuser in der Ukraine bombardieren, in der südöstlichen Großstadt Krywyj Rih starben bei einem Raketenangriff mindestens zehn Menschen.

Aber Selenskyj macht seit Tagen klar, dass weder Raketen noch die Flut durch die Zerstörung des Staudamms im umkämpften Gebiet Cherson die Ukraine von ihrer Großoffensive abbringen lasse., deren Hauptteil noch nicht begonnen habe.

Selenskyj spricht von einem "harten Kampf", auch weil Regen im Moment die Böden aufweicht. Schweres Militärgerät kommt so kaum voran.

Zwar liegt die Initiative nach tagelangen Offensivhandlungen des ukrainischen Militärs klar bei Kiew; die russische Armee ist in der Defensive. Aber noch sind Kiews Truppen nach Einschätzung von Experten auch nicht an die Hauptverteidigungslinie der Russen vorgedrungen. 

Die Ukraine versucht, mit taktischen Operationen in dem verminten Gebiet an die gut gesicherten Linien der Russen vorzustoßen, Schwachstellen zu finden, um dort einzubrechen. Von einem Durchbruch könne bisher aber keine Rede sein, so das US-Institut für Kriegsstudien (ISW) fest. 

Die Ukraine stellt sich auf einen langen Kampf ein - wie Russland

Zwar hat Kiew nach Angaben des russischen Präsidenten Putin bereits ein Viertel der gelieferten westlichen Waffen verloren und zehnmal so hohe Verluste wie die russischen Truppen erlitten. Das Verteidigungsministerium in Moskau meldet nur Erfolge und will alle Angriffe abgewehrt haben. 

Russische Feldkommandeure und Militärblogger sprechen hingegen von schweren Gefechten - mit Verlusten auf beiden Seiten.

Der Chef der Söldnereinheit Wagner, Jewgeni Prigoschin hat auch für die verkündeten gigantischen Abschusszahlen nur Spott übrig. Als Minister Sergej Schoigu vor einer Woche bereits den Abschuss von acht Leopard-Kampfpanzern verkündete, kommentierte er nur sarkastisch: 

"Da erblasst sogar Baron Münchhausen vor Neid."

Einen Propagandaerfolg scheint es zu geben: Russland will mehrere Leopard-Panzer in der Ukraine erbeutet haben. Das russische Verteidigungsministerium veröffentlichte ein Video; wo und wann die Aufnahmen entstanden sind, ließ sich nicht unabhängig überprüfen.

"Nicht an einem Frontabschnitt hat der Gegner Erfolg gehabt"

Laut dem Kremlchef handelt es sich bei den ukrainischen Verlusten zur Hälfte um Gefallene und Schwerverletzte, die nicht wieder einsatzfähig gemacht werden könnten.

Konkret wurde Putin immerhin bei den Kampf- und Schützenpanzern. Während ihrer Offensive habe die Ukraine über 160 Kampfpanzer und mehr als 360 gepanzerte Fahrzeuge verloren, so Wladimir Putin.Die eigenen Verluste bezifferte er auf 54 Panzer, wobei ein Teil davon wieder repariert werden könne.

Der russische Feldkommandeur Alexander Chodakowski, der Moskau widersprochen und erste Erfolge der Ukrainer an der Front bestätigt hatte, betonte, es sei bisher gelungen, einen Durchbruch zu verhindern.

Der Ultranationalist und frühere Geheimdienstoffizier Igor Girkin, bekannt als Strelkow, warnte allerdings vor Euphorie. Die Offensive stehe erst am Anfang. Die russische Führung werde spätestens im Herbst zu einer neuen Mobilmachung gezwungen sein, wenn nicht eine militärische Niederlage im Gebiet Saporischschja schon im Sommer das Auffrischen der eigenen Kräfte nötig mache, so Girkin.

Putin: Riesige Verluste der Ukraine und westliche Technik zerstört

Russlands Präsident Wladimir Putin hat von katastrophalen Verlusten für die Ukraine bei deren Gegenoffensive gesprochen. 

"Meiner Berechnung nach hat die Ukraine 25 bis 30 Prozent der vom Ausland gelieferten Technik verloren", sagte er bei einem Treffen mit russischen Militärkorrespondenten. Zudem seien die Verluste der Ukrainer zehnmal höher als auf russischer Seite.

Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Das russische Verteidigungsministerium hat ebenfalls zuletzt von hohen Verlusten der Ukrainer gesprochen und die Abwehr aller Angriffe vermeldet. Allerdings haben sich die Angaben des Ministeriums in der Vergangenheit mehrfach als übertrieben und teilweise falsch herausgestellt.

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