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Nach Staatsstreich: Französische Flucht aus dem Niger

Kundgebung in Niamey gegen Frankreich und für die Militärmachthaber sowie Russland
Kundgebung in Niamey gegen Frankreich und für die Militärmachthaber sowie Russland Copyright Sam Mednick/Copyright 2023 The AP. All rights reserved.
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Von euronews
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Frankreich hat damit begonnen, seine Landsleute aus dem Niger auszufliegen. In dem westafrikanischen Land war es Ende vergangener Woche zu einem Staatsstreich gekommen.

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Frankreich hat damit begonnen, seine Landsleute aus dem westafrikanischen Land Niger auszufliegen. Rund 600 sollen sich dort befinden. Ende vergangener Woche war in dem Land Präsident Mohamed Bazoum vom Militär abgesetzt worden, Getreue der neuen Machthaber drangen kurz darauf in die französische Botschaft ein.

Nabila Massrali, Sprecherin des EU-Außenbeauftragten, erläuterte: „Wir haben deutlich unsere Unterstützung für alle Maßnahmen der CEDEAO ausgedrückt, die eingeleitet wurden. Das geschah anlässlich ihres Treffens am 31. Juli als Reaktion auf den Gewaltakt. Aber bisher haben wir kein Ansuchen der CEDEAO erhalten. Sollten wir ein solches erhalten, werden wir es prüfen, um bestmöglich die Zielstellung zu bestimmen und um den politischen Verpflichtungen nachzukommen, die wir eingegangen sind." Die CEDEAO (oder ECOWAS) ist der Wirtschaftsverbund der westafrikanischen Staaten.

Die neuen Machthaber behaupten, Frankreich wolle militärisch im Niger eingreifen, was von Außenministerin Catherine Colonna zurückgewiesen wurde. Die Militärregierungen der Nachbarländer Mali und Burkina Faso, die ebenfalls mit Gewalt an die Macht kamen, stellten sich auf die Seite der Putschisten.

Malis Ministerpräsident warnt vor militärischem Eingreifen

Abdoulaye Maiga, Ministerpräsident der Militärmachthaber im Mali, sagte in einer Fernsehansprache: „Die Übergangsregierungen von Burkina Faso und Mali warnen, dass jedes militärische Vorgehen gegen Niger, als eine Kriegserklärung an Burkina Faso und Mali angesehen wird."

In Folge des Staatsstreiches in Mali und der Aufforderung der dortigen Militärmachthaber, die Einheiten abzuziehen, stationierte Frankreich seine Kampftruppen vor allem im Niger. Auch die französischen Einheiten in Burkina Faso mussten abgezogen werden, nachdem dort Militärs mit Gewalt die Macht übernommen hatten. Zuletzt verfügte Frankreich über ein rund 1500-köpfiges Militäraufgebot im Niger und zudem eine Einheit mit einer Truppenstärke von 1000 im Tschad.

Mahamat Idriss Déby, Übergangspräsident des Tschad, selbst an der Spitze eines Militärregimes und Verbündeter Frankreichs, leitete Vermittlungsversuche ein, sprach mit Vertretern der neuen Machthaber und besuchte den unter Hausarrest stehenden Bazoum, der im Februar 2021 die Präsidentschaftswahl im Niger gewonnen hatte.

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