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Militärische Intervention unwahrscheinlich: Ecowas-Chefs suchen nach Lösung in Niger-Krise

Seit gut zwei Wochen befindet sich der demokratisch gewählte Präsident Nigers Mohamed Bazoum in Hausarrest, nachdem er vom Militär entmachtet wurde.
Seit gut zwei Wochen befindet sich der demokratisch gewählte Präsident Nigers Mohamed Bazoum in Hausarrest, nachdem er vom Militär entmachtet wurde. Copyright Sophie Garcia/Copyright 2023 The AP. All rights reserved.
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Von Euronews mit DPA, AP
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Während dem abgesetzten nigrischen Präsidenten im Hausarrest die Lebensmittel ausgehen, beraten sich die Ecowas-Chefs in Nigerias Hauptstadt Abuja. Eine militärische Intervention scheint immer unwahrscheinlicher.

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Nigers entmachtetem Präsidenten Mohamed Bazoum und seiner Familie gehen nach zwei Wochen unter Hausarrest die Lebensmittel aus. Nach dem Putsch war Bazoum von der Militärjunta festgesetzt worden – nun bleiben ihm nach Angaben eines anonymen Beraters nur noch Reis und Konserven zu essen. Außerdem soll er weder über Strom noch über laufendes Wasser verfügen.

Militärische Intervention der Ecowas scheint unwahrscheinlich

Währenddessen berät sich die Ecowas in Nigerias Hauptstadt Abuja über ihre nächsten Schritte, um gegen den Putsch vorzugehen. Dabei scheint eine militärische Intervention des westafrikanischen Staatenbundes aktuell unwahrscheinlich.

Die Ecowas-Militärchefs haben sich zwar auf einen Plan geeinigt, der auf einer Einsatztruppe von 25.000 Soldaten aus Nigeria, dem Senegal, der Elfenbeinküste und Benin beruht; dennoch spricht vieles gegen einen militärischen Einsatz.

Die suspendierten Ecowas-Mitglieder Mali, Burkina Faso und Guinea, die wegen ihrer Militärregierungen aus dem Bund ausgeschlossen wurden, stellten sich auf die Seite der Militärjunta. So haben zum Beispiel Mali und Burkina Faso erklärt, jegliche Intervention in Niger als Kriegserklärung aufzufassen.

Expert:innen warnen vor dem größten Krieg in Westafrika aller Zeiten

"Ein Militärschlag kann sehr schnell ein Flächenbrand werden. Praktisch kann ich mir das nicht vorstellen", so Sahel-Regionalleiter Ulf Laessing von der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Expert:innen warnen, dass es bei einem gewaltsamen Konflikt zu einem der größten Kriege aller Zeiten in Westafrika kommen könnte. Außerdem sei es gut möglich, dass eine Interventionstruppe der Ecowas-Staaten in einer Konfrontation mit Niger unterlegen sein könne, vermuten Militärexpert:innen.

Vor dem Putsch setzten europäische Staaten große Hoffnungen in das Land und wollten Niger als "Anker" für die Stabilität in der Sahelregion etablieren. Dabei wurde auch das nigrische Militär massiv ausgebaut.

Hinter der ursprünglichen Drohung einer militärischen Intervention vermuten Expert:innen vor allem Nigerias Präsident Bola Tinubu, der vor kurzem den Vorsitz der Ecowas übernommen hatte und dabei beschwor, die Demokratie gegen die Putsch-Welle zu verteidigen. Am Dienstag betonte er nun die Wichtigkeit einer diplomatischen Lösung.

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