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Bald noch mehr Obdachlose? Belgien stoppt Unterbringung alleinstehender männlicher Asylbewerber

Migranten in Brüssel
Migranten in Brüssel Copyright Olivier Matthys/AP Photo
Copyright Olivier Matthys/AP Photo
Von Euronews mit AFP
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Die Ankündigung der belgischen Regierung sorgt für Kritik: Heimplätze sind vorerst Familien mit Kindern vorbehalten. Die Region Brüssel warnt vor einem Anstieg der Zahl der Obdachlosen.

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Die Asylunterkünfte in Belgien gelten als chronisch überlastet. Deswegen und mit Blick auf den bevorstehenden Winter sollen alleinstehende männliche Asylbewerber fürs Erste nicht mehr in staatlichen Unterkünften untergebracht werden. 

Heimplätze sind nun ausschließlich für Familien mit Kindern reserviert. Es sei keine einfache Entscheidung gewesen, so die Staatssekretärin für Asyl und Migration, Nicole de Moor.

Vermeiden, dass Kinder im Winter "auf der Straße landen"

"Die Realität heute nun mal, dass wir nicht genug Plätze haben. Also muss ich schwierige Entscheidungen treffen, sehr, sehr schwierige Entscheidungen." Die Regierung wolle die Aufnahme von Familien mit Kindern bevorzugen, um zu vermeiden, dass Kinder im Winter "auf der Straße landen".

Die vom linken Flügel kritisierte Ankündigung hat für einen Aufschrei der Entrüstung gesorgt. Die belgische Zweigstelle der NGO Ärzte ohne Grenzen (MSF) sprach von einer "untragbaren Entscheidung".

"Nach zwei Jahren der Krise, in denen die Plätze für alleinstehende Männer bereits sehr begrenzt waren, könnte dies zu einem weiteren Zustrom von Obdachlosen in Brüssel und im ganzen Land führen", hieß es in einer Erklärungung. 

Zustrom von Obdachlosen in Brüssel und im ganzen Land

Die Organistaion zeigte sich zudem besorgt über die Auswirkungen auf die physische und psychische Gesundheit von Menschen, die internationalen Schutz suchten.

Auch Menschenrechtsvertreter kritisierten die Maßnahme der Regierung und bezeichneten diese als illegal. Alexis Deswaef, Vizepräsident der Internationalen Föderation für Menschenrechte, sagte: "Unsere Regierung behauptet immer wieder, dass wir eine 'harte, aber humane' Migrationspolitik bräuchten. Aber in diesem Fall ist es nur Härte, es gibt keine Menschlichkeit, und darüber hinaus ist es eine illegale Entscheidung."

In Brüssel kam es zu einem Protestmarsch. Taslim von der NGO "La Voix Des Sans Papiers" sagte am Rande der Demonstration: "Sie sprechen davon, die Zahl der Plätze zu reduzieren. Dabei sind einige Unterkünfte geschlossen. Für uns ist das wirklich bedauerlich."

Auch die Region Brüssel zeigte sich besorgt über einen möglichen Anstieg der Zahl der Obdachlosen in der belgischen Hauptstadt und der damit verbundenen Unsicherheit und forderte die sorfortige Rücknahme der Maßnahme.

Die von dem Sozialisten Rudi Vervoort geführte Regionalregierung fordert mehr Unterstützung und insbesondere eine Verstärkung der Polizei an Brennpunkten rund um die Bahnhöfe Gare du Nord und Gare du Midi.

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