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Seepferdchen im "Mar Piccolo": Die Schatztruhe der Artenvielfalt bangt um ihr Wahrzeichen

Hippocampus Illustrationsfoto
Hippocampus Illustrationsfoto Copyright TIZIANA FABI/TIZIANA FABI
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Von Luca Palamara
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Euronews-Reporter Luca Palamara berichtet: "Eingezwängt zwischen einem großen, stillgelegten Stahlwerk und einem nie begonnenen Landgewinnungsprojekt, ist es auch ein Ort des illegalen Handels und der Hoffnung auf eine Wiedergeburt."

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Das "Mar Piccolo", das kleine Meer, ist eine 20 Quadratkilometer große Lagune, die über einen Kanal durch das Zentrum der Stadt Tarent mit dem Meer verbunden ist. Ein Naturparadies und Heimat wichtiger Tierarten, allen voran der Seepferdchen.

Marco Dadamo, Direktor des Naturschutzgebietes 'Palude La Vela' erklärt: "Das Mar Piccolo ist eine wahre Schatztruhe der Artenvielfalt. Aus diesem Grund wurde es von der Region Apulien im Jahr 2020 als regionaler Naturpark ausgewiesen. Es gibt wichtige Arten aus pflanzlicher und tierischer Sicht."

Illegaler Handel mit Seegurken und Seepferdchen

Doch seit 2014 ist die Artenvielfalt durch illegalen Handel stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Besonders begehrt vor allem auf asiatischen Markt sind Seegurken und Seepferdchen, die unter anderem in Kosmetikprodukten verwendet werden.

Seit 2016 haben Forscher:innen an der Universität in Bari einen besorgniserregenden Rückgang der Seepferdchenpopulation festgestellt. Sie arbeiten an Techniken zum Schutz des Bestandes und haben künstliche Kolonien auf dem Meeresgrund des Mar Piccolo angelegt.

Durch Stahlwerke und Marineanlagen mit Schadstoffen belastet

 Umweltschutzaktivisten haben Zweifel an den offiziellen Statistiken. Luciano Manna von VeraLeaks erklärt, das eigentliche Problem sei der Zustand des "Mar Piccolo", das nach jahrzehntelanger Verschmutzung durch Stahlwerke und Marineanlagen mit Schadstoffen belastet ist. Die Entsorgung lässt auf sich warten.

"In der Tat wurde nicht ein einziger Quadratmeter der furchterregenden Schadstoffe entfernt, die vom außerordentlichen Kommissar für Bodensanierung bestimmt und nachgewiesen wurden, nämlich Dioxine, PCBs und Furane.

Wir würden gerne mit den Institutionen und mit dem wissenschaftlichen Teil, der Universität Bari, in Dialog treten, um wirklich zu verstehen, um welche Daten es sich tatsächlich handelt.“

"Mar Piccolo", ein Gebiet mit starker Identität für die Stadt Tarent

Die Erhaltung einer der wichtigsten Seepferdchenkolonien Europas ist nicht nur von ökologischer Bedeutung, bestätigt Marco Dadamo. "Die Seepferdchen im Meer von Tarent leben dort schon sehr lange, man könnte sagen, sie sind die Identität dieses Ortes." 

Ähnlich äußert sich auch Francesca Viggiano, Stadträtin für Umwelt, Stadtverwaltung Tarent: "Dieses Meer zu schützen bedeutet auch, nicht nur die Identität zu schützen, sondern auch eine ganze Bevölkerung, die nicht mehr von der Monokultur des Stahls leben will, sondern sich für andere produktive Aktivitäten eröffnet, die sich positiv auf unsere Meeresressourcen auswirken."

Euronews-Reporter Luca Palamara schlußfolgert, das "Mar Piccolo" sei ein Gebiet mit starker Identität für die Stadt Tarent. 

"Eingezwängt zwischen einem großen, stillgelegten Stahlwerk und einem nie begonnenen Landgewinnungsprojekt, ist es auch ein Ort des illegalen Handels und der Hoffnung auf eine Wiedergeburt. "

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