Italienische Justiz beschäftigt sich mit Rassismus-Vorfall beim Fussball

AC Milans Torhüter Mike Maignan
AC Milans Torhüter Mike Maignan Copyright Andrea Bressanutti/LaPresse
Von Greta Ruffino mit AP
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Nach Rassismus-Vorfällen bei Fußballspielen am vergangenen Wochenende zeigt die Welt des Fußballs volle Solidarität und fordert härtere Maßnahmen.

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Nachdem der französische Torhüter des AC Mailand Mike Maignan am Wochenende rassistisch beleidigt wurde, bschäftigt der Vorfall mittlerweile auch die italienische Justiz: Die Staatsanwaltschaft der norditalienischen Stadt Udine hat Ermittlungen gegen rund zehn Udinese-Problemfans aufgenommen, die durch Vidoeüberwachungskameras identifiziert werden konnten.

Maignan selber will bei den Ermittlungen mit der Staatsanwaltschaft zusammenarbeiten.

"Automatischer Spielverlust": Forderung nach härteren Strafen

FIFA-Präsident Gianni Infantino fordert "automatischen Spielverlust" für Mannschaften, deren Fans Spieler rassistisch beleidigen. 

Der Chef des Fußball-Weltverbandes verurteilte die rassistischen Gesänge gegen Kasey Palmer vom englischen Zweitligisten Coventry City sowie den Torhüter Mike Maignan vom italienischen Spitzenklub AC Mailand.

Er führte aus, es gebe keinen Platz für Diskriminierung jeglicher Art im Fußball oder in der Gesellschaft: "Wir brauchen alle Beteiligten, um Maßnahmen zu ergreifen, angefangen bei der Erziehung in den Schulen, damit künftige Generationen verstehen, dass so etwas nicht zum Fußball oder zur Gesellschaft gehört", betonte Infantino: "Neben dem dreistufigen Verfahren (Spielunterbrechung, Spielwiederholung, Spielabbruch) müssen wir eine automatische Hinausstellung für die Mannschaft einführen, deren Fans Rassismus begangen und den Spielabbruch verursacht haben sowie weltweite Stadionverbote und Strafanzeigen für Rassisten."

"Rassismus ist ein Merkmal des italienischen Fußballs"

Das Spiel der Mailänder gegen Udinese Calcio musste am Samstag zwischenzeitlich unterbrochen werden, nachdem Udinese-Fans Affengesänge gegen Milans französischen Torhüter Mike Maignan angestimmt hatten.

"Das ist etwas, das es in der Welt des Fußballs nicht geben sollte, aber leider dauert dies schon seit vielen Jahren an", sagte Maignan zu dem Vorfall.

Maignan erhielt Unterstützung von zahlreichen prominenten Spielern, darunter vom französischen Nationalmannschaftskapitän Kylian Mbappe. 

"Du bist sehr weit davon entfernt, allein zu sein, Mike Maignan. Wir sind alle bei dir. Immer die gleichen Probleme und immer KEINE Lösung. Zu viel ist zu viel!!!!!!!!!!!! NEIN ZUM RASSISMUS", schrieb der PSG-Star bei X.

Laut dem Netzwerk FARE - Football Against Racism in Europe - das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Rassismus und Ausländerfeindlichkeit im Fußball zu bekämpfen, ist Rassismus ein Merkmal des italienischen Fußballs.

"Man darf nicht vergessen, dass wir in Italien auch den Hintergrund einer rechtsextremen Regierung haben, für die solche Themen keine Priorität haben. Manchmal kann man verstehen, dass die Fans verwirrt sind. Sie werden von Fußballspielern aufgefordert, sie nicht rassistisch zu beleidigen, und dann sagt ihnen die Regierung, dass Einwanderung schlecht sei und Einwanderer werden jede Woche dämonisiert", so der Geschäftsführer von FARE Piara Powar.

Der AC MILAN zeigte volle Unterstützung für seinen Torwart und postete dafür einen Tag lang keine Social-Media-Inhalte.

Der technische Leiter von Udinese, Federico Balzaretti, sagte in einer auf der Vereinsseite veröffentlichten Mitteilung zu, strenge Maßnahmen zu ergreifen: "Wir werden gegen die Person oder die Personen vorgehen, die für diese Gesten verantwortlich sind. (...) Wir dulden keine Form von Rassismus. Die Staatsanwaltschaft wird untersuchen, was passiert ist.

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