USA reagiert auf angebliche Bedrohung durch russisches "nukleares Anti-Satelliten-System"

Der Nationale Sicherheitsrat versichert kein Anlass zur Panik an einer Pressekonferenz.
Der Nationale Sicherheitsrat versichert kein Anlass zur Panik an einer Pressekonferenz. Copyright Andrew Harnik/AP
Von Johanna Urbancik mit AP
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Das Weiße Haus reagiert auf angebliche Bedrohung durch russisches "nukleares Anti-Satelliten-System". Regierungsmitglieder versichern, dass es sich noch in der Entwicklungsphase befindet.

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Das Weiße Haus versucht, öffentliche Bedenken über ein angeblich neues russisches "nukleares Anti-Satelliten-System" zu zerstreuen. Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses des Repräsentantenhauses, der Republikaner Mike Turner, hat zu Beginn dieser Woche Alarm geschlagen und betont, sein Gremium habe "Informationen über eine ernsthafte nationale Sicherheitsbedrohung" erhalten.

Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby, hat bei einer Pressekonferenz betont, dass das neue System noch in der Entwicklungsphase sei und noch nicht eingesetzt werde. Er bestätigt zudem, dass es sich um eine Anti-Satelliten-Waffe handle, die jedoch keine Gefahr für Menschen oder Material auf der Erdoberfläche darstelle. Dennoch werde die Information im Weißen Haus "sehr ernst" genommen.

Kirby zufolge könnte Präsident Joe Biden "direkt mit den Russen darüber sprechen".

Ablehnung der Veröffentlichung weiterer Details wegen Geheimhaltung

Der Pressesprecher des Pentagon, Generalmajor Pat Ryder, lehnte es ab, weitere Details zu nennen, und bezog sich auf die Geheimhaltung. Beide schienen unzufrieden darüber, dass der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses die Informationen öffentlich gemacht hatte.

Verschiedene von US-Medien zitierte Experten warnten davor, dass die Hauptziele des neuen russischen Systems Satelliten seien, die die Kommunikation und Kontrolle über das US-Nukleararsenal ermöglichen. Daher stellten sie eine potenzielle Bedrohung dar, die sehr ernst genommen werden müsse.

Absicht der Waffe unklar

Noch ist unklar, ob das System nukleare Waffen anwenden würde, um Satelliten abzuschießen, oder ob es nur eine nukleare Energiequelle nutzt. Der Weltraumvertrag von 1967 verbietet die Stationierung und den Test von Massenvernichtungswaffen im Weltraum, erlaubt jedoch konventionelle orbitale Waffen.

Russland hat etliche bilaterale Verträge unterzeichnet, die es verpflichten, "keine Waffen im Weltraum zu platzieren". Politiker in Moskau sagen, dass ihr Ziel darin besteht, "politischen Druck auf die USA auszuüben".

Anti-Satelliten-Waffen an sich existieren schon seit dem Kalten Krieg. Länder wie die USA, Russland, China und Indien sollen bereits welche besitzen. Russland, insbesondere, verfügt über ein recht vielfältiges Arsenal und soll in letzter Zeit mehrere Tests durchgeführt haben.

Obwohl Russland ein vielfältiges Arsenal an Anti-Satelliten-Waffen hat, wurden bisher alle Tests bodengestützt durchgeführt und nicht im Weltall.

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