Recherche: Russland profitiert von polnischen Bauernprotesten

Polnische Landwirte fahren ihre Traktoren in einem Konvoi.
Polnische Landwirte fahren ihre Traktoren in einem Konvoi. Copyright AP Photo
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Von Euronews mit AP
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Lange Lieferzeiten für Militärtechnik, Uneinigkeit zwischen Warschau und Kiew, mehr polnische Importe aus Russland. Der Kreml profitiert von den Protesten der Landwirte in Polen.

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In Polen dauern die Bauernproteste an. An mehreren Grenzübergängen zur Ukraine sorgen die Landwirte für Stillstand. Ihr Protest richtet sich gegen die Agrarpolitik der Europäischen Union und gegen den Import von landwirtschaftlichen Produkten aus Nicht-EU-Ländern, allen voran aus der Ukraine.

Von den Einschränkungen und der zunehmenden Isolation der ukrainischen Landwirtschaft profitiert inzwischen Russland. Das ergab eine Recherche von Journalisten der ukrainische Online-Zeitung Ukrajinska Prawda. Demnach kommen dem Kreml alle Widrigkeiten gelegen, denen die Ukraine ausgesetzt ist. So profitiert Russland indirekt von den Streitigkeiten der Ukraine mit Polen, einem ihrer wichtigsten Verbündeten. Zum anderen, so zeigen es die Recherchen, werden ganz konkret ukrainische Importe in Polen durch Importe aus Russland ersetzt.

Verzögerungen bei der Lieferung von Militärtechnik

Und durch die Blockade der Bauern wird auch für die Ukraine bestimmtes militärisches Gerät an der Grenze aufgehalten. Das berichtet Nazar Smyk, ein Unternehmer, dessen Firma mit Militärtechnik handelt. Er sagt: "Ein Lkw, der früher problemlos in die Ukraine kam, nach Kiew fuhr und nach drei Tagen wieder zurück war, braucht jetzt 14 Tage. Wir müssen automatisch die Tagespauschale für den Spediteur übernehmen."

Auch polnische Spediteure wie Volodymyr Malytskyi leiden. Er erklärt: "Einer meiner Lastwagen ist durch Uschhorod gefahren, einer ist in Deutschland, einer ist in Polen und zwei warten darauf, von der Ukraine nach Polen hinein zu kommen. Sie sollten am Dienstag die Grenze überqueren und sind jetzt seit 20 Tagen in der Ukraine."

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