Papst lässt Kreuzweg ausfallen - Regen verhindert Karfreitagsprozessionen in Sevilla

Der verwaiste Thron von Papst Franziskus vor Beginn des Kreuzwegs vor dem Kolosseum, 29. März 2024, zu sehen. (AP Photo/Andrew Medichini/Po
Der verwaiste Thron von Papst Franziskus vor Beginn des Kreuzwegs vor dem Kolosseum, 29. März 2024, zu sehen. (AP Photo/Andrew Medichini/Po Copyright Andrew Medichini/Copyright 2024 The AP. All rights reserved
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Von Christoph DebetsAP, RTVE, Vatican News
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Weltweit haben Christen am Karfreitag des Leidens und Sterbens Jesu Christi gedacht. In Rom sagte Papst Franziskus kurzfristig seine Teilnahme am Kreuzweg ab, in Sevillia zwang Regen auf die farbenprächtigen Umzüge zu verzichten und im Heiligen Land überschattete der Krieg die Feierlichkeiten.

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Zum zweiten Mal in Folge hat Papst Franziskus nicht an der traditionellen Kreuzwegsandacht vor dem Kolosseum in Rom teilgenommen.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche sagte seine Teilnahme aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig ab. Noch am Nachmittag hatte er im Petersdom die Karfreitagsliturgie zelebriert.

Franziskus wolle sich für die Feier der Osternacht schonen und verfolge die Andacht von seiner Residenz aus, teilte der Vatikan mit.

Franziskus hatte erstmals die Mediationen des Kreuzweges, der die Passion und die Kreuzigung Jesu nachstellt erstmals selbst verfasst. Der Papst verzichtete weitgehend auf Bezüge zur Gegenwart, wie Krieg und Gewalt und konzentrierte sich auf theologische Gedanken. So forderte er die Gläubigen auf, Gläubigen auf, von Demut und Stille zu lernen, um in der Hektik des Lebens einen Raum für echtes Gebet und innere Einkehr zu finden.

Schon im vergangenen Jahr hatte der Papst auf den Kreuzweg verzichtet, da das Wetter ziemlich kalt war und Franziskus gerade aus dem Krankenhaus entlassen worden war.

Prozessionen in aller Welt

An vielen Orten in der Welt wird der Karfreitag mit farbenfrohen Veranstaltungen und Prozessionen und sogar mit Nachstellungen der Kreuzigung begangen. In der Schweizer Stadt Romont beispielsweise besteht die Prozession aus 20 schwarz gekleideten Frauen mit verschleierten Gesichtern, die auf roten Samtkissen die Werkzeuge des Passion (Nägel, Hammer, Dornenkrone) tragen. Die Tradition reicht bis ins Mittelalter zurück und behält ihren religiösen Charakter, obwohl sie zu einer Attraktion für Touristen geworden ist.

In Sevilla verhinderte zum ersten Mal seit elf Jahren Regen die traditionelle Karfreitagsprozessionen, bei denen tausende zusehen, wie die trditionellen Bruderschaften in ihren Gewändern mit Kreuzigungsfiguren durch die Stadt ziehen.

Im Heiligen Land überschatte der Krieg im Gazastreifen die Feierlichkeiten.

In Jerusalem, wo die Karfreitagsprozessionen normalerweise Tausende von ausländischen Besuchern anziehen, beteiligten sich hauptsächlich palästinensische Christen, einige in Jerusalem lebende Ausländer und ein paar unbeirrte Touristen.

Die Prozessionen fanden unter hohem Sicherheitsaufgebot statt.

Palästinensische Christen aus dem israelisch besetzten Westjordanland, die üblicherweise zu Ostern nach Jerusalem kommen, fehlten weitgehend. Seit dem 7. Oktober benötigen sie Sondergenehmigungen, um die Kontrollpunkte nach Jerusalem passieren zu können.

Im Gazastreifen versammelten sich dutzende Gläubige in einer Kirche, die gleichzeitig als Zufluchtsort für etwa 600 Flüchtlinge dient. Viele erklärten, dass sie nicht ohne Angst gekommen seien.

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