Vorsitzender des Bundesverbands mitteltändische Wirtschaft Christoph Ahlhaus sendet Bundeskanzler Friedrich Merz einen Brandbrief und fordert eine Entlassung.
Vorsitzender des Bundesverbands mitteltändische Wirtschaft und CDU-Mitglied, Christoph Ahlhaus, hat Bundeskanzler Friedrich Merz einen Brandbrief geschickt. Darin bringt er sein "blankes Entsetzen" über seine Wirtschaftspolitik zum Ausdruck. Der Brief liegt "ZDF heute" exklusiv vor.
Im Brief heißt es, die Unternehmen hätten mit viel Hoffnung auf das Aus der Ampelregierung reagiert und Merz bei seinem Wahlkampf unterstützt.
"Nicht einmal neun Monate nach Ihrer Wahl zum Bundeskanzler ist diese Euphorie dem blanken Entsetzen über die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Deutschland gewichen", so Ahlhaus.
Laut Umfrage erkennen 79 Prozent noch nicht einmal ein "engangiertes Bemühen"
Ahlhaus war von August 2010 bis März 2011 Bürgermeister von Hamburg. Auf eine aktuelle Umfrage seines Verbandes unter 1.200 mittelständischen Unternehmen glauben 64 Prozent der Befragten nicht mehr daran, dass die angekündigte Wirtschaftswende gelingen werde. 79 Prozent erkennen demnach noch nicht einmal ein "engagiertes Bemühen" der Bundesregierung, die Probleme des Mittelstandes anzugehen.
Eine solche Enttäuschung habe man "noch nie gemessen", schreibt Ahrhaus. Die Zahlen seien ein "Alarmsignal".
"Wir wollen keine PR-Gipfel und Placebo-Diskussionsrunden mehr", schreibt Ahrhaus.
Beauftragte der Bundesregierung für den Mittelstand Gritta Connemann erntet scharfe Kritik
Besonders in Kritik geraten ist die CDU-Politikerin Gritta Connemann, Beauftragte der Bundesregierung für den Mittelstand.
Connemann hatte kürzlich für Aufsehen gesorgt, indem sie ihre Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) forderte, den Anspruch auf die von ihr so genannte "Lifestyle-Teilzeit" abzuschaffen. Dafür hatte sie auch von der CDU heftige Kritik abbekommen.
"Zu Gitta Connemann hat der deutsche Mittelstand (…) weder ein Mindestmaß an Vertrauen noch einen Rest an Kompetenzvermutung", schreibt Ahrhaus und fordert Merz auf, "diese personelle Besetzung kritisch zu hinterfragen".
Die Bundesregierung wies die Kritik zurück. "Für uns erwachsen daraus keine Konsequenzen", so der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer laut „ZDF heute". Man sei sehr zufrieden mit ihrer Arbeit.