Der Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz in Doha steht im Zusammenhang mit der Suche Berlins nach Energiesicherheit. Doch Katar spielt auch politisch eine bedeutende Rolle bei der Deeskalation von Konflikten im Nahen Osten.
Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz ist am 4. Februar zunächst nach Saudi-Arabien gereist und hat anschließend Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate besucht, um die Zusammenarbeit in den Bereichen Energie, Verteidigung und Handel zu verstärken und gleichzeitig die regionalen Sicherheitsrisiken zu bekämpfen.
Auf seiner Reise in den Golf sagte Merz: "Wir brauchen solche Partnerschaften mehr denn je in einer Zeit, in der Großmächte zunehmend die Politik bestimmen".
Während seines Aufenthalts in Doha führte Merz Gespräche mit dem Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad Al-Thani.
Nach Angaben katarischer Beamter ging es bei den Gesprächen um wirtschaftliche Zusammenarbeit, Energie, Handel und militärische Beziehungen sowie um regionale und internationale Entwicklungen.
Deutschland hat sein Engagement in den Golfstaaten verstärkt, seit Russlands Einmarsch in der Ukraine die europäische Energieversorgung unterbrochen hat – Katar ist dabei zu einem wichtigen Lieferanten von Flüssigerdgas geworden.
Katar - ein wichtiger Investitionspartner
Deutsche Unternehmen würden gute Geschäfte in Katar machen, so Merz. Deshalb sei eine Vertiefung der Beziehungen wichtig. Deutschland beziehe bereits seit einigen Jahren Flüssiggas aus Katar. Ein wichtiger Schritt in Richtung der Diversifizierung, um in Zukunft Abhängigkeiten zu vermeiden.
Kulturelle Zusammenarbeit
Merz teilte mit, auch in den Bereichen Sport und Kultur mit Katar die Zusammenarbeit vertiefen zu wollen. Er besuchte das Museum für Islamische Kunst, das mit dem Museum für Islamische Kunst in Berlin eng zusammenarbeitet. Merz betont: "Das ist eine Bereicherung für beide Seiten."
Katar - ein wichtiger Vermittler
In den Gesprächen habe der Kanzler auch seine Sorge über eine weitere Eskalation im Konflikt mit dem Iran zum Ausdruck gebracht. Angesichts der iranischen Luftangriffe vom vergangenen Juni in Katar appellierte der Kanzler an die iranische Führung, "jetzt wirklich in Gespräche einzutreten, die Aggressionen zu beenden, das Atomprogramm zu beenden, wie es international vereinbart ist, und vor allem Länder wie Katar, Jordanien und Israel von weiteren militärischen Bedrohungen zu verschonen."
Katar spielt politisch eine bedeutende Rolle bei der Deeskalation von Konflikten im Nahen Osten. Scheich Tamim bin Hamad Al-Thani habe sich immer wieder als Vermittler bei Konflikten im Nahen Osten bewiesen, so der Bundeskanzler.
Der Emir werde nun zu einem offiziellen Besuch in Berlin im Juli erwartet.