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Estlands Auslandsgeheimdienst: Russland bleibt ein gefährliches Land

Der Jahresbericht des estnischen Auslandsgeheimdienstes
Der Jahresbericht des estnischen Auslandsgeheimdienstes Copyright  Фото с аккаунта ведомства x.com/valisluure
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Von Irina Sheludkova
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Der estnische Auslandsgeheimdienst hat eine deutliche Aufrüstung Russlands festgestellt, erwartet aber keine Angriffe auf NATO-Staaten in unmittelbarer Zukunft. Russland bleibe ein gefährliches Land, so der Leiter der Institution.

Der estnische Auslandsnachrichtendienst hat seinen Jahresbericht veröffentlicht, in dem er zu dem Schluss kommt, dass Russland nicht die Absicht hat, in naher Zukunft einen Militärschlag gegen Estland oder einen anderen NATO-Mitgliedstaat zu führen.

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Gleichzeitig betont die Behörde, dass Russland seine Streitkräfte aufstockt und die strategischen Bestände an Artilleriemunition wieder auffüllt. Darüber hinaus werden unbemannte Luftfahrzeuge nach dem Prinzip einer Massenarmee aufgestellt.

Dem Bericht zufolge ist der russische Präsident Wladimir Putin davon besessen, die Ukraine zu kontrollieren, da dies seiner Meinung nach Russlands Position als Großmacht wiederherstellen würde, die das Recht hat, über die Sicherheit Europas zu entscheiden, und Friedensgespräche nur eine Maßnahme sind, um den Krieg zu gewinnen.

"Russland bleibt trotz seiner Inkompetenz ein gefährliches Land, und Wachsamkeit ist notwendig, um die Ausbreitung der 'russischen Welt' zu verhindern", so Kaupo Rozin, Generaldirektor des estnischen Auslandsnachrichtendienstes, in einem Vorwort zu dem Bericht. Seiner Meinung nach gibt es keinen Grund zur Panik.

In dem veröffentlichten Bericht wird festgestellt, dass der militärisch-industrielle Komplex Russlands die Produktion von Artilleriemunition seit 2021 um mehr als das 17-fache gesteigert hat. Angesichts des Produktionsanstiegs und erheblicher Importe dürfte Russland in der Lage sein, einen Teil seiner Bestände an strategischer Artilleriemunition aufzufüllen, auch wenn der Krieg mit der Ukraine noch andauert. Für den Kreml ist die Aufrechterhaltung solcher Bestände mit Sicherheit ein wichtiges Element der Planung für mögliche künftige Konflikte. Estnischen Schätzungen zufolge expandiert der militärisch-industrielle Komplex Russlands durch die Verdrängung traditioneller Wirtschaftszweige.

"Die Sanktionen wirken sich zwar eindeutig auf die russische Wirtschaft aus, aber es bleiben Schlupflöcher, die durch gezielte Maßnahmen und die Zusammenarbeit zwischen westlichen Ländern geschlossen werden müssen", so der Abteilungsleiter im Vorwort.

Bei der Vorstellung des Berichts sagte Kaupo Rozin, die russische Wirtschaft sei durch die aufeinanderfolgenden Sanktionspakete sehr anfällig geworden. "Es zeigen sich allmählich gewisse Risse, und das Ganze entwickelt sich in einer für uns sehr günstigen Richtung. Meine Botschaft ist, dass dies der richtige Zeitpunkt ist, um noch stärker auf das Pedal zu treten", sagte der Direktor des estnischen Auslandsnachrichtendienstes.

Ihm zufolge versucht Russland seit langem, sich das Image zu geben, dass es kampffähig ist und nichts dagegen spricht, aber die Lage im Land ist schlecht.

In dem Bericht ist auch von der Unterdrückung Andersdenkender in Russland die Rede. Der estnische Geheimdienst schätzt, dass Russland im Jahr 2026 wahrscheinlich noch schärfere Maßnahmen einführen wird, um den Zugang zu unabhängigen Informationen in den Online-Medien zu beschränken.

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