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Zartes Pflänzchen, große Hoffnung - Angola forstet auf

Zartes Pflänzchen, große Hoffnung - Angola forstet auf
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Von Chris Burns  & Dinamene Cruz

Angolas Pläne zur Aufforstung sind in Gegenden mit Bergbau- und Diamentenminen wichtig. Millionen Setzlinge sollen dort aus kargen Landschaften wieder natürliche Lebensräume machen.

Ein großer Teil von Angola ist üppig, grün und reich an Landwirtschaft. Doch die "Kornkammer Afrikas" hat auch Gebiete, die von Abholzung betroffen sind. 

Gerodet wurde vor allem für den Bergbau, zum Beispiel für Diamenten, die ein wichtiger Bestandteil der angolanischen Wirtschaft sind. Für die Minen wird der Mutterboden abgetragen, um an die seltenen Edelsteine und andere Rohstoffe zu kommen. 

Über eine Million Setzlinge verschiedener Baumarten werden gepflanzt, mit dem langfristigen Ziel, über 100.000 Hektar abgeholzter Flächen wieder aufzuforsten. Das Projekt "Reforestation Reform" soll außerdem dazu beitragen, Jugendliche und Veteranen in Arbeit zu bringen, das Bewusstsein für den Kampf gegen gegen Abholzung zu schärfen und neue Baumarten zu finden, die besser mit dem Klimawandel zurechtkommen. 

Millionen Setzlinge sollen karge und ausgebeutete Landschaften beleben

Das Projekt zur Aufforstung ist in Gegenden mit Bergbauminen wie Chipeta so wichtig. Millionen Setzlinge sollen dort in kargen Landschaften wieder natürliche Lebensräume schaffen.

"Wir haben schon 48 Hektar bepflanzt, acht davon mit afrikanischem Mahagoni, die restlichen 40 mit Eukalyptusbäumen der verschiedenen Eukalyptusarten, die wir hier haben", erklärt der technische Projektleiter Esmeraldo Boaventura. 

Zuerst muss der Boden für die Setzlinge vorbereitet werden. "Wir haben den Bereich der Substratproduktion. Die beginnt mit der Herstellung von CAC. Das ist die karbonisierte Reishülse", so Esmeraldo Boaventura. "Wald braucht eine lange Zeit, um sich zu entwickeln. Ich pflanze heute, aber es sind meine Kinder und Enkelkinder, die diese Pflanzen nutzen können."

Aufklärung und Umweltbildung als Beitrag gegen den Klimawandel

Avelina Catembo da Costa ist für das so genannte Anpassungsgebiet zuständig, in dem die Setzlinge heranreifen, bevor sie in die freie Natur gepflanzt werden. Denn die Pflanzen bräuchten Zeit, um sich anzupassen, weil sie an ihrem endgültigen Standort nicht mehr die gleiche Pflege bekommen würden wie im Gewächshaus, so da Costa.

"Wir haben viele verwüstete Gebiete, deshalb ist unser Projekt darauf ausgerichtet, diese unfruchtbaren Gegenden wieder zu bepflanzen. Und wir möchten mit unserem Projekt die Bevölkerung positiv beeinflussen." 

Auch Forschung und Entwicklung gehören dazu, um neue Baumsorten zu finden, die für die verschiedenen Klimazonen Angolas geeignet sind. "Wir führen Studien über die Variabilität oder genetische Verbesserung verschiedener Arten durch, und über die Anpassungsfähigkeit exotischer Arten in unserem angolanischen Ökosystem", erklärt Forschungsleiter Augusto Futi. 

Diamantenminen im Visier

Das Projekt in Chipeta kann dazu beitragen, das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Wiederaufforstung in ganz Angola zu schärfen, so die Hoffnung. Das erfordert eine langfristige Perspektive. Esmeraldo hat die Expansion in den Gebieten der Diamantenförderung im Visier.

"Unser Ziel ist es, eines Tages die Catoca-Mine sowie andere Minen in den mineralhaltigen Provinzen Lunda Norte und Lunda Sul wieder mit Vegetation zu bepflanzen", sagt er. 

Zu den langfristigen Zielen gehört auch, die Jugend für die jahrzehntelange Arbeit zu gewinnen. "Unseren Kindern sollte bewusst gemacht werden, warum es wichtig ist, dass wir pflanzen", so erklärt Forschungsleiter Augusto Futi. "Warum sollten wir Bäume ersetzen und neue Wälder schaffen? Weil diese Wälder uns vor großen Katastrophen wie der Wüstenbildung schützen."

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