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Er schwamm durch den Rhein: Klaus Töpfer mit 85 gestorben

Der ehemalige deutsche Umweltminister Klaus Töpfer 2009
Der ehemalige deutsche Umweltminister Klaus Töpfer 2009 Copyright SVEN KAESTNER/AP
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Von Euronews mit AP
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Bis ins hohe Alter hatte sich der CDU-Politiker Klaus Töpfer für Umweltthemen engagiert. Jetzt ist der ehemalige Minister, der in den Rhein gesprungen war, verstorben.

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Aufsehen in der Öffentlichkeit hat Klaus Töpfer 1988 erregt, als er bei Mainz von einem Polizeiboot in den Rhein sprang, einen Fluss, in dem wegen der Verschmutzung niemand mehr schwamm. Damals war der CDU-Politiker 50 Jahre alt, er trug keine Badehose, sondern einen Neoprenanzug, wollte aber auch zeigen, dass der Rhein nach Chemieunfällen und Fischsterben wieder sauberer war. Hintergrund war eine Wette mit einem SPD-Politiker im Landtagswahlkampf in Rheinland-Pfalz. Klaus Töpfer hatte verloren, weil er Bundesumweltminister geworden war und sich aus der Landespolitik verabschiedet hatte.

Wie erst jetzt bekannt wurde, ist Klaus Töpfer am 8. Juni im Alter von 85 Jahren verstorben - nach einem Sturz bei einer Veranstaltung in München. Bis ins hohe Alter hatte sich der ehemalige Leiter des UN-Umweltprogramms UNEP und Gründungsdirektor des Klimaforschungsinstitutes "Institute for Advanced Sustainability Studies" (IASS) für den Kampf gegen den Klimawandel engagiert.

Schon in den 80er Jahren gegen Atomkraft

Deutschlands Minister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit war Töpfer unter Bundeskanzler Helmut Kohl - nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl 1986. Schon zu dieser Zeit plädierte der 1938 in Schlesien geborene, vorherige Umweltminister von Rheinland-Pfalz für den Ausstieg aus der Atomkraft und für nachhaltige Energiequellen.

Töpfers Nachfolgerin als deutsche Umweltministerin war Angela Merkel. Sie war erst sehr viel später - als Kanzlerin nach der Katastrophe von Fukushima 2011 - für das Abschalten der AKWs.

Grünes Gewissen der CDU

Zu seinem Tod schreibt Bundeskanzler Olaf Scholz: "Klaus Töpfer hat Klimaschutz zu einem wichtigen Anliegen gemacht – weltweit und in Deutschland. Wir sind dankbar für seine Weitsicht und seine starke Stimme. Sie wird fehlen."

Die grüne Umweltministerin Steffi Lemke spricht von einem "unserer großen Umweltpolitiker. Er stand für das Aussöhnen von Ökologie und Ökonomie und hat die Internationale Umweltpolitk geprägt."

Ursula von der Leyen nennt den Parteikollegen Klaus Töpfer einen "Vordenker par excellence". Andere bezeichnen den Politiker aus Höxter, der nach vielen internationalen Spitzenposten zuletzt in seiner Heimat NRW gelebt hat, als das grüne Gewissen der CDU.

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