Der neue "Pinocchio" ist aus einem anderen Holz geschnitzt

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Von Frank Weinert

1881 erblickte in Italien eine Holzfigur das Licht der Welt: „Pinocchio“. Nun hat der mexikanische Regisseur Guillermo del Toro ihm neues Leben eingehaucht. Auf dem Londoner Filmfestival hat er seinen Zeichentrick-Film "Pinocchio" vorgestellt.

Die eine oder andere Berühmtheit hat den Figuren ihre Stimme geliehen. Der heutige „Pinocchio“ ist ein wohl eher ungehorsames und unangepasstes Bürschlein, so Regisseur Guillermo del Toro: „Woran ich mich am deutlichsten erinnere, ist, wie unheimlich Pinocchio die Welt erscheint. Ich wollte einen anderen Pinocchio machen, als den, bei dem es normalerweise in der Geschichte um Gehorsam oder eben Ungehorsam geht. Ich wollte einen Film machen, in dem man sich nicht ändern muss, um gemocht zu werden, in dem man sich nicht ändern muss, um als echter Mensch zu gelten. Wir alle sind echte Menschen.“

Guillermo del Toro lässt seinen „Pinocchio“ im faschistischen Italien der 1930er-Jahre auferstehen. Für Meister Gepetto – seinen Schöpfer – ist es zunächst eine Offenbarung. Doch der auf einmal sehr lebendige Pinocchio ist nicht der folgsame Ersatzsohn, den sich sein „Vater“ gewünscht hat.