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Lebensmittel-Skandal um Buitoni - Mängel im Sicherheitssystem

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Von Stefan Grobe  & Gregoire Lory
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Wieder in den Schlagzeilen: der italienische Lebensmittelhersteller Buitoni
Wieder in den Schlagzeilen: der italienische Lebensmittelhersteller Buitoni   -   Copyright  AFP

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen ist Buitoni erneut ins Zentrum eines Lebensmittelskandals geraten. In Frankreich wurde eine neue Beschwerde gegen das italienische Unternehmen wegen E. coli-Vergiftung in einer Reihe von Pizzen eingereicht.

Diese Fälle kommen zu den 150 Fällen von Salmonellenkontamination hinzu, die kürzlich in neun Mitgliedstaaten aufgedeckt wurden und Kinder-Schokoladen betrafen.

Die Skandale offenbaren Mängel im europäischen Lebensmittelsicherheitssystem, das als eines der sichersten der Welt gilt.

Verbraucherverbände machen indes nicht so sehr das europäische System verantwortlich, sondern fehlende Mittel der Staaten und einen fehlenden Willen der Hersteller.

Vor drei Jahren habe ihre Organisation einen Bericht veröffentlicht, in dem eine besorgniserregende Verringerung der für diese offiziellen Kontrollen bereitgestellten Ressourcen hingewiesen worden sei, so Camille Perrin vom europäischen Verbraucherverband BEUC. Wenn aber die Industrie sich selbst überlassen bleibe und Aufsicht nur aufgrund von Selbstkontrolle ausgeübt werde, dann bestehe das Risiko, dass bestimmte Vorgänge schlicht übersehen würden.

In weniger als zwanzig Jahren ist die Zahl des Kontrollpersonals in Spanien um sieben Prozent, in Belgien um zehn und in Frankreich sogar um 30 Prozent zurückgegangen. Das Europäische Parlament fordert seit vielen Jahren eine strengere Gesetzgebung.

Für manche ist es paradox, es Unternehmen zu überlassen, ihre eigenen Produkte zu kontrollieren. Diese Zweideutigkeit schwäche das europäische System.

Es stimme, dass Europa die besten Lebensmittel der Welt produziere, sagt der französische Sozialist Eric Andrieu. Doch müssten bei der Kontrolle erhebliche Fortschritte gemacht und Rechtsvorschriften verbessert werden. Grund für Zuversicht gebe es nicht. Wenn 80 Prozent aller Produkte in Ordnung seien, gebe es immerhin noch 20 Prozent, bei denen es Fortschritte geben müsse, um auf EU-Ebene 100 Prozent zu erreichen.

FoodDrinkEurope, die Lobby der europäischen Lebensmittelindustrie, wollte sich auf Anfrage von Euronews zu den jüngsten Butoni-Fällen nicht direkt äußern. Dies sei Sache des betroffenen Unternehmens.

Die Lebensmittelsicherheit habe jedoch für die Mitglieder von FoodDrinkEurope Priorität. Die Organisation arbeite weiterhin mit der Europäischen Kommission, Partnern der Lebensmittelkette und anderen Interessengruppen zusammen, um die höchsten Sicherheitsstandards zu gewährleisten, erklärte FoodDrinkEurope in einer schriftlichen Antwort.