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Wie kann man mit Krebs wieder arbeiten?

Mit Unterstützung von The European Commission
Wie kann man mit Krebs wieder arbeiten?
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Von Aurora Velez
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Das Interreg-Projekt "I know how" begleitet Patienten nach langwieriger Krankheit auf dem Weg zurück ins Arbeitsleben.

Wer die Diagnose "Krebs" erhält, sorgt sich häufig nicht nur um die Gesundheit, sondern auch um den Job und das Einkommen. Das gilt vor allem für Patienten, die längere Zeit mit den Krankheitsfolgen zu kämpfen haben, ein europäisches Pilotprojekt unterstützt Betroffene von Anfang an. Krebs und Arbeit: Das Tabu fällt! Das europäische Projekt hat mit Patienten, Unternehmen und Betreuern eine Methode für Menschen entwickelt, die nach langer Krankheit in ihren Beruf zurückkehren wollen - so wie die Französin Sandrine Morizet:

"Es ist eine Krankheit, bei der man sehr schnell in die Depression abrutschen kann", erklärt die Leiterin einer Bankfiliale. "Aber wenn man weiß, dass man gut betreut wird und es Arbeitgeber gibt, die verständnisvoll sind und einen begleiten, dann gibt einem das einen zusätzlichen Schub, wieder gesund zu werden und nach vorne zu schauen."

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Sandrine Morizet geht wieder arbeiteneuronews

Sie ist seit zwei Jahren mit Brustkrebs im Oscar-Lambret-Krankenhaus im französischen Lille in Behandlung. Für sie ist die Rückkehr an den Arbeitsplatz entscheidend für ihre Genesung.

Sandrine Morizet nimmt mit ihrer Onkologin Laurence Vanlemmens an "I know how" teil, einem europäischen Pilotprojekt. Ziel ist, die Zahl der Patienten mit langwierigen Krankheiten, die an ihren Arbeitsplatz zurückkehren, um 15 % zu erhöhen.

Dazu gehört eine Info-Broschüre, die sowohl digital als auch in Papierform zugänglich ist. Sie enthält 13 Karten mit Informationen darüber, wer was tut, nützliche Links, Schlüsselmomente sowie das Feedback der Patienten. 

"Es gibt Infos zu verschiedenen Themen, sie reichen von der Diagnose bis zur der Frage, ob man seinen Arbeitgeber informieren muss", erklärt die Onkologin vom Oscar Lambert Centre. "Auf der Améli-Webseite kann man sich beispielsweise darüber informieren, was ein Vorgespräch vor der Arbeitswiederaufnahme("visite de pré reprise")_ beinhaltet. Man will den Patienten frühzeitig begleiten und herauszufinden, was für ihn am besten geeignet ist._

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Für die Onkologin Laurence Vanlemmens ist eine frühzeitige Begleitung wichtigeuronews

Fakten & Zahlen

Das Gesamtbudget beträgt 4 Millionen Euro, wovon 2,4 Millionen von der europäischen Kohäsionspolitik und der Rest von den teilnehmenden Partnern aufgebracht wurden. Teilnehmer sind Frankreich, Belgien, die Niederlande und Großbritannien. Dazu kommen Pflegekräfte, Städte, Unternehmen und Hunderte freiwillige Patienten.

Sandrine Morizet hat ihre Arbeit wieder aufgenommen. Dank der Beiträge der verschiedenen Teilnehmer gibt es einen Leitfaden für Unternehmen. Das Dokument informiert und gibt Ratschläge, wie die Bedürfnisse des Mitarbeiters und die Perspektiven des Arbeitgebers in Einklang gebracht werden können. Die Personalabteilung spielt dabei eine entscheidende Rolle.

"Man sollte sich nicht scheuen, alles anzusprechen auch mit dem Arbeitnehmer", so Arnaud Schwarshaupt, Personalchef CIC Nord Ouest. "Denn schließlich gibt es bei ihm weniger Tabus als bei uns im Umgang mit diesem Thema. Das können auch Vorschläge in Bezug auf seine Rückkehr an den Arbeitsplatz sein, man sollte für alles offen sein und alles tun, um die Rückkehr an den Arbeitsplatz zu ermöglichen, wenn der Mitarbeiter es wünscht - wenn der Mitarbeiter nicht Akteur seiner Rückkehr ist, macht das keinen Sinn."

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Arnaud Schwarshaupt, Personalchef CIC Nord Ouest, findet es wichtig, den Arbeitnehmer einzubindeneuronews

Das Dreiecksverhältnis Ärzte, Patienten, Unternehmen wird durch Weiterbildung vervollständigt: Gute Praktiken werden zwischen den Partnern ausgetauscht.

"Es bleibt noch viel zu tun, auch im Hinblick auf die Gesetzgebung, die Kultur, den Wandel der Vorstellungen über die Rückkehr zur Arbeit und den Stellenwert der Arbeit im Leben der Menschen", meint Isabel Weemaes, Projektmanagerin "I know how". 

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Laut Isabel Weemaes, der Projektmanagerin "I know how", bleibt noch viel zu tuneuronews

Das Pilotprojekt folgt der Leitlinie: Gemeinsam kommt man weiter.

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