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Ukraine will Energie-Drehscheibe für Europa werden

Der Vorstandschef von Naftogas, Oleksi Tschernischow
Der Vorstandschef von Naftogas, Oleksi Tschernischow Copyright GIAN EHRENZELLER/AP
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Von Stefan GrobeEfi Koutsokosta
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Trotz des Krieges fließt immer noch russisches Gas durch die Ukraine. Ein Paradoxon, das erst dann aufhören könnte, wenn die EU ihre Abhängigkeit von russischer Energie vollständig aufgäbe. Das erklärte der Chef des staatlichen ukrainischen Energieunternehmens Naftogaz in einem Euronews-Interview.

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Trotz des Krieges fließt immer noch russisches Gas durch die Ukraine. Ein Paradoxon, das erst dann aufhören könnte, wenn die EU ihre Abhängigkeit von russischer Energie vollständig aufgäbe.

Das erklärte der Chef des staatlichen ukrainischen Energieunternehmens Naftogaz, Oleksi Tschernishow, in einem Interview mit Euronews.

Brüssel hat seine Gasimporte aus Russland drastisch reduziert, aber einige Mitgliedsstaaten aus Mittel- und Westeuropa beziehen ihr Gas immer noch über ukrainische Pipelines.

Tschernishow: "Insgesamt sollten wir die zusätzlichen Einnahmen Russlands im Verlauf des Krieges begrenzen. Aber andererseits sollten wir verstehen, dass einige europäische Länder sich nicht sofort weigern können, dieses Gas zu nutzen. Und wir begrüßen die Initiative der EU, den Verbrauch von russischem Gas ständig zu reduzieren."

Euronews: "Sie sagen also, dass es den europäischen Mitgliedsstaaten überlassen bleibt, dies abzulehnen? Gas, das durch die Ukraine aus Russland kommt?"

Tschernishow: "Ganz genau. Der Kunde sind die Länder der Europäischen Union."

Gleichzeitig erklärte Tschernischow, das Hauptziel und die größte Herausforderung für die Ukraine seien es, kein Gas mehr zu importieren und sich stattdessen selbst zu versorgen, sowie ein Nettoexporteur und eine Energiedrehscheibe für den Rest Europas zu werden.

Tschernishow: "Wir planen, mehr Gas im eigenen Land zu produzieren. Naftogaz als größtes Energieunternehmen der Ukraine wird zusätzlich eine Milliarde Kubikmeter Gas produzieren. Und das könnte dazu führen, dass die Ukraine ihren eigenen Bedarf mit der eigenen Gasproduktion decken kann. Das ist unser Hauptziel."

Euronews: "Halten Sie es für ein realistisches Szenario, dass dies im nächsten Jahr geschieht? Und ich meine, wenn der Krieg noch andauert?"

Tschernishow "Wir haben keine andere Möglichkeit. Wir sollten mehr produzieren, wir sollten weniger verbrauchen, wir sollten energieeffizienter sein. Und wir nähern uns diesem Ziel. Die Ukraine kann im Hinblick auf ihre Energieversorgung zu einer Energiedrehscheibe für die Europäische Union werden. Wir haben die größten Gasspeicher in unserem Land, die eine Kapazität von 31 Milliarden Kubikmetern haben, und wir planen, sie sowohl für den ukrainischen Bedarf als auch für die europäischen Länder zu nutzen."

Tschernischow drängt Brüssel auch dazu, die unterirdischen Gasspeicher der Ukraine zu nutzen und weitere Sicherheitsgarantien zu geben - denn in Kriegszeiten sei es für die Ukraine nicht einfach, Investoren und Versicherungen zu finden.

Das Gespräch führte Efi Koutsokosta.

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