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Europawahl: Die besten Tipps zur Vermeidung von Fake News

Die Europawahlen finden vom 6. bis 9. Juni 2024 statt.
Die Europawahlen finden vom 6. bis 9. Juni 2024 statt. Copyright Canva
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Von Heilika LeinusJames Thomas
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Dieser Artikel wurde im Original veröffentlicht auf Englisch

Im Vorfeld der Europawahl zeigt Ihnen der Cube einige Möglichkeiten auf, wie Sie zweifelhafte Behauptungen und Fake News im Internet erkennen und sich davor schützen können.

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Das Jahr 2024 wird als das „Jahr der Wahlen“ bezeichnet. Dafür gibt es einen guten Grund: In Mindestens 64 Länder werden die Menschen an die Wahlurnen gebeten oder haben bereits ihre Stimme bei der Wahl abgegeben.

Dazu gehören die USA, wo im November Präsidentschaftswahlen stattfinden werden, und höchstwahrscheinlich auch das Vereinigte Königreich, das bis Ende Januar 2025 eine Parlamentswahl abhalten muss.

Das Gleiche gilt für die Europäische Union. Parteien aus dem gesamten politischen Spektrum werden in voller Stärke antreten, um bei den Wahlen zum Europäischen Parlament im Juni so viele Sitze wie möglich zu erringen.

Da in diesem Jahr so wichtige Wahlen stattfinden, sind leider auch viele Fake News und weitere Fehlinformationen unterwegs. Diese werden sowohl auf den Wahlkapfveranstaltungen als auch online verbreitet.

Cube hat mit Experten gesprochen, um herauszufinden, wo man am ehesten auf Fake News stößt und wie man sich am besten vor Fehlinformationen schützen kann.

Was sind die größten Quellen für Fehlinformationen?

Bei Wahlen können Fake News in vielen verschiedenen Formen auftreten. Man kann sowohl online als auch offline auf Gerüchte über bestimmte Kandidaten und ihre Politik stoßen. Man kann Verschwörungstheorien über ruchlose Gestalten hören, die versuchen, die Wahl von außen zu beeinflussen. Man kann sogar mit Deepfakes konfrontiert werden – digital bearbeitete Fotos und Videos, die Politiker in einem wenig schmeichelhaften Licht zeigen sollen.

Fehlinformationen werden oft als seriöse Nachrichten verbreitet, in Form von Artikeln oder professionellen Fotos, und können aus einer Reihe von Quellen stammen. Laut Yotam Ophir, Assistenzprofessor an der Fakultät für Kommunikation der University at Buffalo sind die wichtigsten Quellen Politiker und Personen, die einen finanziellen Anreiz haben, irreführende Behauptungen zu verbreiten, und letztendlich auch wir selbst.

„Fehlinformationen kommen oft von den Eliten selbst “, sagt Ophir. Ein gutes Beispiel dafür seien die Vereinigten Staaten, wo die meisten Fehlinformationen über den angeblichen Wahlbetrug im Jahr 2020 von dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump selbst und der Republikanischen Partei kamen.

Eine riesige Leinwand wirbt vor dem Gebäude des Europäischen Parlaments in Straßburg für die Europawahl.
Eine riesige Leinwand wirbt vor dem Gebäude des Europäischen Parlaments in Straßburg für die Europawahl.Jean-Francois Badias/Copyright 2024 / AP. Alle Rechte vorbehalten.

Wenn es um diejenigen geht, die aus finanziellen Gründen Falschmeldungen verbreiten, müsse man laut Ophir im Blick behalten, dass nicht alle Fernsehsender ausgeglichene Informationen verbreiten. So würde beispielsweise Fox News ziemlich viel Geld mit der Förderung eines bestimmten Standpunkts verdienen.

„Aber es kann sich auch um alle Arten von Fehlinformationen handeln, um Unternehmer, Clickbait-Websites, Verschwörungspodcasts und so weiter“, sagt Ophir. „Das sind die Leute, die mit der Verbreitung Fehlinformationen Karriere gemacht haben.“

Außerdem würden Menschen oft unbeabsichtigt falsche Informationen an ihre Freunde und Familie weitergeben. „Manchmal erhalten wir einen Artikel, der uns sehr überraschend und emotional erscheint, und wir möchten ihn mit anderen teilen“, sagt Ophir. „Wir wollen hören, was unsere Freunde darüber denken. Manchmal ist die Überschrift so fesselnd, dass wir den Artikel gar nicht erst aufmachen, bevor wir ihn mit anderen teilen“. Wenn man mit Informationen, die wir weitergeben, umsichtiger umgehen würden, sei es auch einfacher, Fake News zu vermeiden.

Seien Sie kritisch, aber nicht zynisch

Eine der wichtigsten Tipps: Alles mit einem kritischen Auge betrachten. Ophir zufolge ist es immer eine gute Idee zu überprüfen, woher eine Nachricht stammt. Wenn etwas zu schön oder schlimm erscheint, um wahr zu sein, würde es sich auf alle Fälle lohnen, die Informationen ochmals zu überprüfen, insbesondere, wenn sie von einem politischen Gegner derjenigen Person geht, über die berichtet wird.

Dennoch sei es wichtig, die Grenze zwischen Kritik und Zynismus nicht zu überschreiten. Zynisch sei man dann, wenn man sagt: „Alle lügen, ich kann niemandem vertrauen“. „Das halte ich für eine sehr gefährliche Situation für die Demokratie. Wir müssen lernen, denen zuzuhören, die dem Gemeinwohl dienen wollen, und diejenigen zu ignorieren, die es versuchen, sich selbst zu fördern, sei es aus finanziellen oder politischen Gründen“, sagt der Experte. Sein Rat: Man sollte skeptisch sein, aber nicht zynisch. Zmar gibt es nur einene schmalen Grat zwischen den beien Haltungen, es sei aber wichtig, sich daran zu halten.

Verwenden Sie zuverlässige, unparteiische Quellen

Vertrauenswürdige, neutrale Nachrichten- und Informationsquellen sind entscheidend. Anstatt einfach nur darauf zu hören, was beliebige Menschen im Internet, Politiker oder sogar links- oder rechtsgerichtete Medien sagen, ist es Experten zufolge am besten, sich auf neutrale Organisationen zu verlassen. Denn sowohl die linken als auch die rechten Organisationen verfügen über Kanäle, die ganz bestimmte Zielgruppen ansprechen.

Stattdessen ist es Ophir zufolge ratsam, sich an Nachrichtenagenturen wie Associated Press oder AFP zu orienteieren, weil das Verbreiten  möglichst neutraler Nachrichten ihr Geschäft ist. Das Gleiche gelte für unparteiische Websites die Fakten überprüfen. Somit sei man auf der sicheren Seite.

Außerdem ist es Experten zufolge wichtig, sich auf Faktenprüfer zu verlassen, wenn es um Fälschungen geht. Denn Studien zeigen, dass das bloße menschliche Auge nicht in der Lage ist, digital veränderte Videos und Fotos konsequent zu erkennen.

Vertrauen Sie den Experten

Wenn es um Themen geht, die im Wahlkampf diskutiert werden, sei es wichtig, auf Experten zu hören. „Heutzutage neigen die Menschen dazu, selbst zu recherchieren, was auf der einen Seite bewundernswert ist, aber auf der anderen Seite zu viel Verwirrung und Fehlinformationen führt“, sagte Ophir.

Die meisten Menschen seien nicht in der Lage, komplizierte Themen, Gesetze oder politische Prozesse komplett zu verstehen. Deshalb brauche man die Experten als Vermittler. Zu ihnen gehören auch diejenigen Journalisten, die Informationen objektiv und zuverlässig für ein breites Publikum zusammenzufassen.

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Da viele Menschen in den letzten Jahren das Vertrauen in die Medien verloren haben, sei es laut Ophir für die Journalisten eine Herausforderung, ihr Vertrauen zurückzugewinnen.

Wenn ich die andere Seite für böse und unzulässig halte, ergibt alles, was ich online über sie höre, für mich einen Sinn.
Dr. Yotam Ophir
Assistenzprofessor für Kommunikation, University at Buffalo

Demokratie respektieren

Fehlinformationen erzeugen Intoleranz, deshalb ist es wichtig, die Demokratie zu respektieren und die andere Seite nicht zu dämonisieren, sagt Ophir.  „Sie müssen der anderen Seite nicht zustimmen, aber man sollte sie als politisch legitim anerkennen“, betont der Experte. „Sobald man die Toleranz gegenüber der anderen Seite verliert, öffnet man die Tür für eine Menge Fehlinformationen.“ 

Ein wichtiger Grund dafür: Wenn man einen anderen Menschen nicht akzeptiert, glaubt man auch viel eher alles, was über ihn berichtet wird, ungeachtet dessen, ob es stimmt oder nicht: „Wenn ich die andere Seite für böse und unzulässig halte, ergibt alles, was ich online über sie höre, für mich einen Sinn.“

Wenn man lernt, sich an die Regeln der Demokratie zu halten und andere Meinungen zu respektieren, sei man auch weniger anfällig für Fehlinformationen, so der Kommunikationsexperte.

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