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Ein neues Hafen-Verkehrsmanagement in der Ostsee hilft Emissionen sparen

Mit Unterstützung von The European Commission
Ein neues Hafen-Verkehrsmanagement in der Ostsee hilft Emissionen sparen
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Von Cristina Giner
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Die im Rahmen des Interreg-Projekts entwickelte Port Activity App ermöglicht einen transparenten Informationsaustausch und einen besseren Planungshorizont für alle an einem Hafenanlauf beteiligten Akteure und schafft damit die Voraussetzungen für einen effizienteren und reibungsloseren Hafenanlauf.

Die Häfen von Gävle in Schweden und Rauma in Finnland haben ein System von Zeitfenstern für das An- und Ablegen von Schiffen eingeführt, um die Wartezeiten zu verkürzen, den Treibstoffverbrauch zu senken und die Kohlenstoffemissionen zu reduzieren.

"Gewinner sind alle Akteure im Hafen, denn wenn sie die Pläne kennen, können sie besser planen, sparen Zeit und Geld", erklärt EfficientFlow-Projektleiter Ulf Siwe. "Und wir können die Umwelt schonen, indem wir die Emissionen um bis zu zehn, vielleicht 20 Prozent reduzieren."

EfficientFlow-Projektleiter Ulf Siwe
EfficientFlow-Projektleiter Ulf Siweeuronews

Das System wurde im Rahmen des europäischen Projekts "EfficientFlow" entwickelt. Digitale Werkzeuge ermöglichen es den Schiffen, Informationen in Echtzeit und transparent auszutauschen. Ulf Siwe: "Alle Akteure im Hafen werden in Echtzeit über die Ankunftszeit des Schiffes informiert. Sie brauchen nicht zu telefonieren, sondern können die Informationen in einer App einsehen und ihre Planung aktualisieren."

Effizienter fahren, Emissionen einsparen

Die Schiffe können ihre Ankunftspläne während der Fahrt in Echtzeit anpassen. Die Ostsee ist einer der verkehrsreichsten Schifffahrtsräume der Welt, in dem jährlich mehr als 750 Millionen Tonnen Güter transportiert werden.

Der Hafen von Gävle wird jährlich von etwa 800 Schiffen angelaufen. Das neue System ermöglicht es den Reedereien, sich einen Liegeplatz zu sichern und Wartezeiten im Hafen zu vermeiden.

Linda Astner, Leiterin der Abteilung Nachhaltigkeit im Hafen von Gävle: "Wir haben mit diesem System Vertrauen geschaffen, was bedeutet, dass wir virtuelle Ankünfte einführen konnten. Man kann sich schon lange vor der Ankunft im Hafen für die Warteschlange anmelden. Auf der ganzen Strecke vom Festland bis zum Hafen von Gävle kann man sich für eine effiziente ökologische Fahrt entscheiden, weil man weiß, dass man geplant in den Hafen einfahren kann. Das spart viel Kohlendioxid und Energie und erhöht die Effizienz."

Linda Astner, Leiterin der Abteilung Nachhaltigkeit im Hafen von Gävle
Linda Astner, Leiterin der Abteilung Nachhaltigkeit im Hafen von Gävleeuronews

Virtuelle Ankünfte optimieren den Betrieb und die Logistikkette. Von den Hafenarbeitern über die Spediteure bis hin zu den Betreibern der Frachtschiffe haben alle Zugriff auf die Informationen. Traditionell wurde das Schiff, das als erstes eintraf, auch als erstes "abgefertigt". Mit diesem System sparen die Reedereien Zeit und Geld.

"Wir sparen etwa 10 Prozent pro Schiff, das sind 300 Tonnen pro Jahr", so Claes Möller, Geschäftsführer Tärntank Ship Management. "Das entspricht 1.000 Tonnen Emissionen pro Jahr und Schiff."

Claes Möller, Geschäftsführer Tärntank Ship Management
Claes Möller, Geschäftsführer Tärntank Ship Managementeuronews

Das Gesamtbudget von EfficientFlow beläuft sich auf rund 4,5 Millionen Euro. 75 Prozent davon wurden durch die EU-Kohäsionspolitik kofinanziert. Schweden und Finnland haben die restlichen 25 Prozent finanziert.

Neben Gävle verwalten bereits rund 15 finnische Häfen ihre Seeverkehrsströme mit diesem System. Ziel ist es, das Open-Source-System auf andere Häfen weltweit auszuweiten.

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