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Frankreich verhängt über Neukaledonien den Ausnahmezustand

In den gewalttätigen Ausschreitungen ist in Neukaledonien ein Polizist getötet worden. Insgesamt verloren mindestens vier Menschen ihr Leben.
In den gewalttätigen Ausschreitungen ist in Neukaledonien ein Polizist getötet worden. Insgesamt verloren mindestens vier Menschen ihr Leben. Copyright Clotilde Richalet/Copyright 2021 The AP. All rights reserved
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Von Heilika Leinus
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Frankreich hat über sein pazifisches Überseegebiet Neukaledonien den Ausnahmezustand verhängt. Dort sind bei gewalttätigen Unruhen mindestens vier Menschen getötet worden.

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Bei Ausschreitungen in Frankreichs Überseegebiet Neukaledonien haben mindestens vier Menschen ihr Leben verloren, mehrere hunderte wurden verletzt. Unter anderem wurde lokalen Medienberichten zufolge ein Polizist durch einen Kopfschuss getötet.

Demonstranten verwendeten Äxte und schwere Munition

In der Inselgruppe sind Unabhängigkeitsbefürworter mit scharfer Munition und Äxten auf die Sicherheitskräfte losgegangen, teilte das französische Innenministerium mit. Nun soll mit einem verstärkten Polizeieinsatz die Ordnung wiederhergestellt werden.

Mit einem Dekret des französischen Präsidenten Emmanuel Macron wurde in Neukaledonien Ausnahmezustand ausgerufen. Somit ist es den dortigen Behörden einfacher, Demonstrationsverbote und Ausnahmesperren zu verhängen und härter gegen die gewalttätigen Demonstranten vorzugehen.

Umstrittene Verfassungsreform ärgert die Einheimischen

Der Grund für die Proteste ist eine Verfassungsreform, die in der Nacht zu Mittwoch von der französischen Nationalversammlung mit einer großen Mehrheit der Stimmen beschlossen wurde, aber noch nicht in Kraft getreten ist, weil der Gesetzesentwurf noch nicht von den beiden Kammern verabschiedet worden ist. Dadurch fühlt sich das einheimische Volk der Kanaken bedroht, weil mehr Einwohner das Wahlrecht bei den Provinzwahlen bekommen sollen.

Durften früher nur diejenigen Inselbewohner bei den Provinzwahlen abstimmen, die dort mindestens 25 Jahre gewohnt haben, sollen künftig auch Zuwanderer zur Wahl gehen dürfen, die mindestens zehn Jahre in Neukaledonien gewohnt haben. Somit würde das neue Gesetz die aus Frankreich stammenden Einwohner der Inselgruppe bei der Wahl begünstigen.

Neukaledonien liegt im Südpazifik, rund 17.000 Kilometer von Frankreich entfernt. Die Inselgruppe wurde im 19. Jahrhundert von Frankreich kolonisiert. Dort leben rund 300.000 Menschen. Die kulturelle Vielfalt des Überseegebietes steht heute unter Druck. Nicht zuletzt aus diesem Grund wünschen sich viele Einheimischen ein Unabhängiges Land.

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