Libanons Minister für Vertriebene, Kamal Shehadi, sagt im Gespräch mit Euronews: Israel und die Hisbollah suchten nach Wegen, um zum Modus Operandi vor dem Waffenstillstand" zurückzukehren
"Der Waffenstillstand hält nicht". Das sagt Libanons Ministers für Vertriebene, Kamal Shehadi, in der Euronews-Sendung "Europe Today".
Bei israelischen Angriffen kamen am Sonntag 14 Menschen ums Leben – es war der tödlichste Tag seit Beginn des Waffenstillstands zwischen der Hisbollah und Israel.
Kamal Shehadi, der libanesische Minister für Vertriebene, erklärt, warum das mit der von den USA vermittelten Waffenruhe so schwierig ist. Er sagt: "Wir dürfen nicht vergessen, dass der Waffenstillstand Israel und der Hisbollah letzte Woche aufgezwungen wurde. Keine der beiden Seiten wollte den Waffenstillstand, und beide haben einen Weg gefunden, zu den Vorgehensweisen vor der Waffenstillstandserklärung zurückzukehren."
Israels "gelbe Linie" ist für Shehadi "empörend"
Für Kamal Shehadi ist der Versuch Israels, im Südlibanon eine sogenannte gelbe Linie zu errichten, ähnlich der in Gaza, "empörend". Sowohl im Gazastreifen als auch im Süden des Libanon beharrt die israelische Regierung auf einer von ihrer Armee kontrollierten "Pufferzone".
1,2 Millionen Menschen sind von Israel aus dem Südlibanon, wo Israels Armee Häuser, Brücken und Infrastruktur zerstört hat, vertrieben worden. Viele von ihnen leben jetzt in Zelten in den Straßen der Hauptstadt Beirut. Einige sind nach dem Waffenstillstand auch in den Süden des Landes zurückgekehrt.
Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums sind durch Israels Angriffe gegen die Hisbollah im Libanon in etwas mehr als drei Wochen 1.094 Menschen getötet worden, weitere 3.119 wurden verletzt. Unter den Toten sind 81 Frauen und 121 Kinder.
Kamal Shehadi erklärt: "Wir erkennen weder eine gelbe Linie noch eine rote Linie noch eine blaue Linie an. Wir haben eine Grenze, und die muss respektiert werden“, sagt der libanesische Minister.
Und Minister Shehadi erinnert daran, dass sich die libanesische Regierung zur Entwaffnung der Hisbollah verpflichtet hat und dass Beirut sicherstellen wolle, dass an der Grenze zwischen dem Libanon und Israel keine Feindseligkeiten stattfinden.
Die von Iran unterstützte Hisbollah-Miliz hatte nach Beginn des Iran-Kriegs Israel mit Raketen und Drohnen angegriffen.