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Werden wir ab 2025 Taxis aus dem Himmel rufen?

Von Guy Shone, Miranda Lin, Sabine Sans
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Werden wir ab 2025 Taxis aus dem Himmel rufen?
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Fliegende Autos klingen wie etwas aus einem Science-Fiction-Film, aber es fließt viel Geld in die Entwicklung von Drohnen in Menschengröße und von Luftschiffen, die Fracht transportieren.

Werden fliegende Taxis bald vor unseren Türen halten?

Es gibt nur wenige Dinge, die frustrierender sind, als in einem Stau festzustecken. Schon fünf Minuten Stau in der Hauptverkehrszeit können einen von fliegenden Autos wie in dem Zeichentrickfilm "Die Jetsons" aus den Sechziger Jahren träumen lassen. Aber könnten diese Autos bald Wirklichkeit werden?

In der Technologiebranche gibt es eine wachsende Nachfrage nach dieser Art von Innovation. Elektrische Senkrechtstarter oder eV-TOL (Akronym aus electric Vertical Take-Off and Landing aircraft) , wie der Name schon sagt, heben vom Boden ab, schweben und landen senkrecht. Sie sind umweltfreundlich, da sie vollelektrisch sind und keine direkten Kohlendioxidemissionen verursachen.

Nach Angaben von IBA, einem Unternehmen, das Luftfahrtdaten und -analysen für Luftfahrtfinanzierer und Fluggesellschaften bereitstellt, wird der Markt für diese Flugzeuge bis 2035 voraussichtlich auf über 21 Milliarden Euro ansteigen. Eine Zahl, die Investoren aufhorchen lässt.

Mehr als 50 Unternehmen entwickeln derzeit mehrere Prototypen von Flugzeugen, die bis zu 20 Passagiere befördern können. Ein solches Unternehmen ist das türkische Start-up AirCar.

Seit seiner Gründung im Jahr 2017 sucht AirCar nach Auswegen aus dem Verkehrsinfarkt. AirCar hat seinen Sitz in der türkischen Version des Silicon Valley und arbeitet mit dem größten Softwarehersteller des Landes zusammen. Anstatt darauf zu warten, dass die Regierungen langsam größere Straßen und bessere öffentliche Verkehrsmittel bauen, hat das Unternehmen seine Ziele höher gesteckt. Sein ultimatives Ziel ist ein Netz von fliegenden Taxis, die vollständig elektrisch betrieben werden und selbstfahrend sind.

Airtaxis ab 2025

Nach mehr als tausend Versuchen in kleinem Maßstab wurde dieses Jahr mit der Erprobung eines Prototyps in voller Größe begonnen. Der CEO von AirCar, Eray Altunbozar, geht davon aus, dass das Unternehmen Anfang 2025 mit der Beförderung von Passagieren beginnen kann. Aber es sind noch einige Hindernisse zu überwinden. Eine davon ist die Größe der heutigen öffentlichen Verkehrsmittel.

Wie Dr. Andreas Bardenhagen, Professor an der Technischen Universität Berlin, erklärt, dass man in einem Zug oder Bus sehr viel mehr Passagiere transportieren kann, als in einem modernen Flugauto. Wenn man zum Beispiel Hunderte Menschen in Flugtaxis transportieren will, "wird der Luftraum sehr eng". Dr. Bardenhagen ist sich nicht sicher, ob die Öffentlichkeit das akzeptieren wird.

Eine weitere Komplikation sind die nationalen und internationalen Vorschriften für fliegende Dinge. Phil Seymour ist der Präsident der IBA. Er sagt, dass es in allen Ländern der Welt Regulierungsbehörden gibt, die strenge Richtlinien für die Herstellung von Fluggeräten befolgen. Seiner Meinung nach gewährleistet dies, dass es ein Sicherheits- und Regulierungsnetz gibt. Dies könnte jedoch die Pläne für einen regulären Flugtaxidienst verlangsamen.

Trotz dieser Schwierigkeiten will AirCar die Branche umkrempeln und ist bereit, neue Wege zu beschreiten, um eine neue fliegende Zukunft zu schaffen. Für den CEO, Altunbozar, geht es bei diesem Projekt auch um nachhaltige Technologien, eine Branche, in der er zuvor tätig war. Bei der Arbeit an aktuellen Technologien wie Lithium-Ionen-Batterien, Verbundwerkstoffen, Drohnentechnologien und künstlicher Intelligenz wurde ihm klar, dass es möglich ist, in das Geschäft mit fliegenden Autos einzusteigen.

Personen- und Frachtverkehr verlagert sich in die Luft

Das Versprechen von Helikoptern besteht darin, Menschen über kürzere Entfernungen zu transportieren, aber was ist mit größeren Lieferungen? Das französische Unternehmen Flying Whales behauptet, dass seine riesigen Luftschiffe, die wie Luftschiffe aussehen, nicht nur 60 Tonnen Nutzlast über weite Strecken transportieren können, sondern dies auch nachhaltig tun können.

Sein CEO, Sebastien Bougon, meint sogar, dass das Unternehmen die Gesundheitsindustrie revolutionieren könnte. Ihm zufolge ist dies möglich, indem Luftschiffe mit großer Kapazität Krankenhäuser in entlegene Gebiete oder auf Inseln bringen. Sobald die Krankenhäuser den Menschen so lange geholfen haben, wie sie es brauchen, können sie in andere abgelegene Gebiete verlegt werden, damit diese die gleiche hochwertige Gesundheitsversorgung erhalten wie Großstädte.

Fliegende Autos und neue Arten des Lufttransports sind nicht länger ein Hirngespinst. Mit Milliarden Euro werden bereits Start-up-Unternehmen weltweit finanziert. Aber werden sie eine Neuheit für die Reichen bleiben oder können sie die Art und Weise, wie wir alle reisen, wirklich verändern? Nur eines ist sicher: Es liegt ein Wandel in der Luft.