Airlines müssen Tausende A320-Maschinen prüfen und updaten. Die Behörden warnen vor kurzfristigen Störungen und ermitteln nach einem Vorfall, bei dem 15 Passagiere verletzt wurden.
Fluggesellschaften in aller Welt mussten Tausende Airbus-Flugzeuge aus dem Verkehr ziehen, nachdem ein Softwareproblem entdeckt worden war, das möglicherweise zu einem plötzlichen Höhenabfall eines Flugzeugs im vergangenen Monat geführt hatte, bei dem 15 Menschen verletzt wurden.
Es wird davon ausgegangen, dass rund 6.000 Flugzeuge des Typs A320 betroffen sind, was am Wochenende zu Verspätungen und Flugausfällen führte. Wie Airbus am Freitag mitteilte, habe eine Untersuchung des JetBlue-Vorfalls ergeben, dass intensive Sonneneinstrahlung möglicherweise Daten beschädigt, die für das Funktionieren der Flugsteuerung der A320-Familie entscheidend sind. Das Problem sei durch ein Software-Update für die Bordcomputer des Flugzeugs verursacht worden, so die EU-Agentur.
Die Europäische Agentur für Flugsicherheit und die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration haben die Fluggesellschaften aufgefordert, das Problem mit einem neuen "schnellen" Software-Update für die meisten Flugzeuge zu beheben. Dies könne laut der EU-Sicherheitsagentur zu "kurzfristigen Unterbrechungen" der Flüge führen.
Die britische Luftfahrtbehörde erklärte, dass es zu „einigen Störungen und Flugausfällen“ kommen werde. Rund 500 in den USA zugelassene Flugzeuge seien betroffen -ausgerechnet jetzt, da Reisende von den Thanksgiving-Feiertagen, der verkehrsreichsten Zeit des Jahres, zurückkehren.
American Airlines betreibt rund 480 Flugzeuge der A320-Familie, von denen 209 betroffen sind. Die Fluggesellschaft teilte mit, dass die Behebung des Problems etwa zwei Stunden pro Flugzeug in Anspruch nehme. Die meisten Maschinen sollten bereits am Freitag, einige wenige am Samstag aktualisiert werden. Es werde mit Verspätungen gerechnet, doch die Airline betonte, die Zahl der Annullierungen möglichst gering halten zu wollen und erklärte, die Sicherheit habe weiterhin oberste Priorität.
EasyJet warnte die Passagiere vor möglichen Verzögerungen. In einer Mitteilung hieß es: "Bei unserer A320-Familie ist eine Softwareumstellung im Gange, und wir werden Sie informieren, falls es zu Änderungen in unserem Flugplan kommt."
Air India teilte auf X mit, dass ihre Techniker an dem Update arbeiteten und die Umstellung bereits bei mehr als 40 % der betroffenen Flugzeuge abgeschlossen sei. Das Unternehmen meldete keine Annullierungen.
Die fehlerhafte Software, der sogenannte Elevator and Aileron Computer (ELAC), wird von dem Luft- und Raumfahrt- sowie Verteidigungsunternehmen Thales hergestellt.
Bei dem Zwischenfall am 30. Oktober auf einem Flug von Cancún, Mexiko, nach Newark, New Jersey, wurden mindestens 15 JetBlue-Passagiere verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Das Flugzeug wurde nach Tampa, Florida, umgeleitet.
Airbus ist neben Boeing einer der größten Flugzeughersteller der Welt.