Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Selenskyj ernennt Geheimdienstchef Budanow zum Leiter des Präsidialamtes

DATEI: Generalmajor Kyrylo Budanov, Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes, nimmt am Forum Ukraine 2024 in Kiew teil, 25. Februar 2025
DATEI: Generalmajor Kyrylo Budanov, Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes, nimmt am Forum Ukraine 2024 in Kiew teil, 25. Februar 2025 Copyright  Evgeniy Maloletka/Copyright 2024 The AP. All rights reserved
Copyright Evgeniy Maloletka/Copyright 2024 The AP. All rights reserved
Von Gavin Blackburn
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare
Teilen Close Button

Die Ernennung Budanows zum Leiter des Präsidialamtes stellt eine ungewöhnliche Veränderung dar, da nun ein amtierender Geheimdienstchef in den Mittelpunkt der politischen und diplomatischen Koordination der Ukraine rückt.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Freitag den Leiter des militärischen Geheimdienstes, Kyrylo Budanow, zu seinem neuen Stabschef ernannt. Der Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die USA einen diplomatischen Vorstoß zur Beendigung des seit fast vier Jahren andauernden Krieges mit Russland unternehmen.

Bei der Bekanntgabe der Ernennung von Generalleutnant Budanow sagte Selenskyj, die Ukraine müsse sich stärker auf Sicherheitsfragen, den Ausbau ihrer Verteidigungs- und Sicherheitskräfte sowie auf mögliche Friedensgespräche konzentrieren - Bereiche, die künftig vom Präsidialamt koordiniert werden sollen.

"Derzeit muss sich die Ukraine stärker auf Sicherheitsfragen, die Entwicklung der Verteidigungs- und Sicherheitskräfte der Ukraine sowie auf die diplomatische Schiene der Verhandlungen konzentrieren. Das Büro des Präsidenten wird in erster Linie der Erfüllung dieser Aufgaben unseres Staates dienen", schrieb Selenskyj in einem Beitrag auf X.

Selenskyjs bisheriger Stabschef Andrij Jermak trat zurück, nachdem Antikorruptionsbehörden im Rahmen von Ermittlungen zu mutmaßlicher Bestechung im Energiesektor Durchsuchungen auf seinem Anwesen durchgeführt hatten.

Der 39-jährige Budanow, der in ukrainischen Medien als der "Mann ohne Lächeln" bezeichnet wird, gilt als eine der bekanntesten und populärsten Figuren des Krieges in der Ukraine.

Seit 2020 leitet Kyrylo Budanow den ukrainischen Militärgeheimdienst HUR.

Der gebürtige Kyjiwer studierte an der Militärakademie in Odesa, bevor er während des ersten russischen Einmarsches in der Ostukraine im Jahr 2014 eingesetzt wurde. Dort soll er an Spezialoperationen und Geheimdiensteinsätzen beteiligt gewesen sein.

Budanow selbst hat nur wenig über seinen Militärdienst preisgegeben. Bekannt ist, dass er dreimal verletzt wurde, darunter einmal durch einen Granatsplitter nahe seinem Herzen. Eine Schussverletzung am Ellenbogen führte dazu, dass sein rechter Arm bis heute sichtbar steif ist.

Nach Angaben eines Sprechers des Militärgeheimdienstes war Budanow Ziel von "mehr als zehn" Anschlagsversuchen. Im Jahr 2019 explodierte sein Auto in Kyjiw- ein Angriff, der damals russischen Sicherheitsdiensten zugeschrieben wurde.

Rettungskräfte löschen einen Brand nach einem russischen Raketenangriff in Charkiw, 2. Januar 2026
Rettungskräfte löschen ein Feuer nach einem russischen Raketenangriff in Charkiw, 2. Januar 2026 AP Photo

Operationen des ukrainischen Geheimdienstes

Seit der russischen Invasion ist Kyrylo Budanow zu einem der bekanntesten Gesichter des Kyjiwer Militärgeheimdienstes geworden. Er tritt regelmäßig in Interviews und Briefings auf, in denen er strategische Botschaften mit gezieltem psychologischem Druck auf Moskau verbindet.

Dabei warnte er wiederholt vor den langfristigen Absichten Russlands gegenüber der Ukraine und der Region und stellte den Krieg zugleich als existenziellen Kampf um die Staatlichkeit des Landes dar.

Unter Budanows Führung weitete der Militärgeheimdienst HUR seine operative Präsenz deutlich aus und koordinierte Geheimdienst-, Sabotage- und Spezialoperationen mit dem Ziel, die russischen militärischen Fähigkeiten auch weit hinter der Frontlinie zu schwächen.

Ukrainische Beamte schrieben dem Nachrichtendienst zahlreiche Operationen zu, die sich gegen russische Kommandostrukturen, Logistikzentren, Energieinfrastruktur und Marineeinrichtungen richteten - darunter auch Angriffe tief im russischen Staatsgebiet sowie in von Russland besetzten Regionen.

Rettungskräfte löschen einen Brand nach einem russischen Raketenangriff in Charkiw, 2. Januar 2026
Rettungskräfte löschen einen Brand nach einem russischen Raketenangriff in Charkiw, 2. Januar 2026 AP Photo

Seine Ernennung zum Leiter des Präsidialamtes stellt eine ungewöhnliche Zäsur dar, da damit ein ehemaliger Geheimdienstchef ins Zentrum der politischen und diplomatischen Koordinierung der Ukraine rückt.

Wolodymyr Selenskyj bezeichnete den Schritt als Teil einer umfassenderen Anstrengung, den Fokus auf Sicherheit, den Ausbau der Verteidigungsfähigkeit und die diplomatische Arbeit zu verstärken.

"Kyrylo verfügt über besondere Erfahrungen in diesen Bereichen und ist stark genug, um Ergebnisse zu erzielen", sagte Selenskyj.

Kyrylo Budanow erklärte seinerseits auf Telegram, seine neue Aufgabe sei "sowohl eine Ehre als auch eine Verantwortung - zu einem historischen Zeitpunkt für die Ukraine -, sich auf die zentralen Fragen der strategischen Sicherheit des Staates zu konzentrieren".

Weitere Quellen • AP, AFP

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Russland intensiviert Drohnenangriffe in der Region Saporischschja

Hunderte Drohnen in Silvester-Nacht: Russland setzt Krieg gegen Ukraine fort

Ukraine ordnet Evakuierung Tausender Kinder nahe der Front an