Eilmeldung

Eilmeldung

Poroschenko will die orthodoxen Kirchen in der Ukraine vereinen

Sie lesen gerade:

Poroschenko will die orthodoxen Kirchen in der Ukraine vereinen

Poroschenko will die orthodoxen Kirchen in der Ukraine vereinen
@ Copyright :
Mikhail Palinchak/Ukrainian Presidential Press Service
Schriftgrösse Aa Aa

Der ukrainische Präsident hat das Parlament dafür gewonnen, die orthodoxen Kirchen in der Ukraine zu vereinen. Mit 268 Stimmen befürworteten die Abgeordneten Poroschenkos Gesuch an den Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel Bartholomäus I.: I.: Er solle einer künftigen ukrainischen Landeskirche Autokephalie (kirchenrechtliche Unabhängigkeit) verleihen.

"Der Staat sollte sich nicht in religiöse Fragen einmischen."

Jurij Boiko Chef des Oppositionsblocks

"Das ist eine Frage der nationalen Sicherheit und unserer Verteidigung in diesem hybriden Krieg, weil die russische Kirche für den Kreml eines der wichtigsten Instrumente ist, um Einfluss auf die Ukraine zu nehmen", so der ukrainische Präsident Petro Poroschenko.

Nach der Verfassung ist die Ex-Sowjetrepublik ein weltlicher Staat. Nicht alle Abgeordneten stimmten für das Gesuch:

"Der Staat sollte sich nicht in religiöse Fragen einmischen. Das alles sollte von den Oberhäuptern der religiösen Einrichtungen und Laien gelöst werden. Politiker haben das Recht, an diesem Prozess als einfache Gemeindemitglieder teilzunehmen", sagt Jurij Boiko, Chef des Oppositionsblocks.

Orthodoxie ist zersplittert

Die Orthodoxie im Land ist zersplittert. Beobachter sehen die Initiative als Teil der Wiederwahlkampagne

Poroschenkos vor der Präsidentenwahl 2019.

Auch für Ukrainisch-Orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats - sie hat die meisten Gläubigen - ist der Vorstoß eine Einmischung in Kirchenangelegenheiten. Die Ukrainisch-Orthodoxe Kirche des Kiewer Patriarchats und die kleinere Autokephale Orthodoxe Kirche unterstützen das Gesuch zwar, haben sich jedoch noch nicht vereinigt.

Vor allem im Westen der Ukraine ist die Griechisch-Katholische Kirche stark. Sie folgt der orthodoxen Liturgie, erkennt jedoch den Papst in Rom als Oberhaupt an.