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Niger: Hoffen auf den Hotspot

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Niger: Hoffen auf den Hotspot

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Niger ist eines der ärmsten Länder der Welt, und doch hat der Sahelstaat im Norden Afrikas eine besondere Bedeutung für Europa: Niger liegt auf einer wichtigen Route für Migranten, die das Mittelmeer erreichen wollen. Mehr als 300.000 von ihnen halten sich derzeit im Niger auf.

Aus Frankreich kam erneut der Vorschlag, in Afrika sogenannte "Hotspots" einzurichten: Dann sollen Migranten bereits dort identifiziert und ihr Anspruch auf Asyl geprüft werden. Nigers Regierung aber ist skeptisch.

"Ich bin für eine andere Form der Zusammenarbeit zwischen den Staaten Europas und Afrikas", sagt der Innenminister des Niger, Mohamed Bazoum. "Die Vergabe von Visa sollte sich am Bedarf der Unternehmen in Europa orientieren."

Niger kooperiert bereits jetzt mit dem UN-Flüchtlingshilfswerk: Das Land nimmt Migranten auf, die über Libyen hierher kommen und die eine Chance auf Asyl in Europa haben.

Diese Frauen zum Beispiel. In ihrer Heimat Somalia seien sie verfolgt worden. In libyschen Flüchtlingslagern, erzählen sie, haben sie Folter erlitten. Jetzt warten sie darauf, auf legalem Weg nach Frankreich zu gelangen.

"Ich habe mein Land verlassen, um Hilfe zu bekommen", so eine Frau aus Somalia, "ich musste einfach dort weg, an einen sicheren Ort. Einen Ort, an dem ich etwas Hoffnung finde. Menschen wie ich brauchen Hoffnung."

Zehn Staaten, darunter mehrere in Europa, haben sich bereit erklärt, 2.600 Flüchtlinge aufzunehmen. Bei nichtmal 400 hat das bisher geklappt. Und es warten noch viele weitere, die an dem Programm teilhaben wollen.

In Agadez in der Mitte des Landes warten rund 2.000 Asylsuchende aus der Krisenregion Darfur im Sudan. Ein Mann erzählt, er würde gerne sein Tierarzt-Studium in Europa wieder aufnehmen: "Ich habe fast mein halbes Leben wegen Kriegen verloren. Vom Sudan bin ich nach Libyen gereist. Ich möchte der EU sagen, dass sie diesen verrückten Gedanken fallen lassen sollen, dass Flüchtlinge schlecht sind. Ich hoffe, sie heißen uns willkommen."

Manche Leute haben hier monatelang Zeit totgeschlagen. Macrons Ankündigung, Transitländer zu Hotspots zu machen, zieht mehr Migranten an. Aber in ihrer Verzweiflung und weil die Antwort auf Asylanträge so lange auf sich warten lässt, machen sich einige wieder auf den Weg zurück nach Libyen.