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Deutschland - nicht so grün, wie man denkt

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Deutschland gehört zu den nordeuropäischen Ländern, die einen an Umweltschutz, eine starke grüne Bewegung und an gebildete und recyclingswillige Bürger denken lassen. Aber Deutschland ist nicht so grün, wie man denkt. Denn gräbt man ein bisschen tiefer, stellt man fest, dass ein Viertel des deutschen Stroms aus Braunkohle gewonnen wird. Braunkohle ist eine besonders schmutzige Kohle. Braunkohle ist für 20 Prozent der Treibhausgasemissionen des Landes verantwortlich. Eine Mehrheit der Deutschen will den Kohleausstieg und die Regierung von Angela Merkel hat versprochen, diesen Volkswillen umzusetzen - nur dauert es eine Weile. Die Pro-Kohle-Lobby ist mächtig, Braunkohle ist billig, wird im Inland produziert und bietet rund 20.000 Menschen Arbeit.

Euronews-Reporter Hans von der Brelie recherchierte vor Ort im Hambacher Forst bei Köln. Dort geraten immer wieder Umweltaktivisten mit der Polizei wegen der Erweiterung eines nahegelegenen Braunkohletagebaus aneinander - einem der größten Deutschlands. Was in Hambach vor sich geht, ist ein Symbol für die sich zuspitzende Klimadebatte: die Umwelt schonen oder wirtschaftliche Überlegungen nachgeben.

In einem weiteren Bericht sprechen wir mit Energieökonomin Claudia Kemfert über das grüne Image der Deutschen, den schleppenden Energiewandel und die Frage, wann der Kohleausstieg kommt. Die Klimaexpertin sagte unter anderem: "Wir müssen den Anteil der Kohle reduzieren, und wir wollen so grün sein, wie wir von der Außenwelt wahrgenommen werden. Das ist der erste Schritt, den wir gehen müssen, sonst verlieren wir unsere Glaubwürdigkeit."