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Spanien: Wie die französische Polizei Migranten an der Grenze zurückweist

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Spanien: Wie die französische Polizei Migranten an der Grenze zurückweist

Spanien: Wie die französische Polizei Migranten an der Grenze zurückweist
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Diese Migranten haben einen langen Weg bis ins spanische Irún hinter sich. Hier in Lakaxita sind sie willkommen. In den vergangenen drei Monaten haben mehr als 800 Menschen diese Anlaufstelle passiert. Es ist nicht leicht für sie, nach Frankreich zu kommen. Diallo hat sein Heimatland Guinea verlassen, weil sein Vater von ihm mehr Bekenntnis zu seinem Glauben verlangt hatte. Das will der junge Mann nicht:

"Ich will mein Studium fortsetzen und er will, dass ich den Koran studiere. Das wollte ich nicht. Ich werde meinen Traum verfolgen, Filme zu machen. Deshalb wollte ich mein Land verlassen."

Immer mehr Menschen kommen ins baskische Irún, an der Grenze zu Frankreich. Doch die ist ein großes Hindernis. Fast 3.400 Menschen sind seit Sommer durch baskische Institutionen versorgt worden. Einige stranden bei "SOS Racism":

"Die Grenze ist quasi geschlossen, seitdem in Frankreich der Ausnahmezustand in Kraft ist, also seit mindestens zwei Jahren. Seit den Anschlägen in Paris. Das Ziel dieser geschlossenen Grenze, dieses Ausnahmezustandes ist es, die terroristischen Anschlägen zu verfolgen und praktisch ist es eine Grenze, damit die Migranten nicht reinkommen", sagt Ion Aranguren von der Organisation.

Wegen der geschlossenen Grenze hat die Polizei Verstärkung aus Madrid angefordert. In Irún übernimmt die Gendarmerie die behördlich geregelte Rückführung von Flüchtlingen. Doch 95 Prozent der Festnahmen durch die spanische Polizei betreffen Einwanderer ohne gültige Aufenthaltspapiere.

"Die französische Polizei ist vor Ort, jeden Tag der Woche, egal ob es ein Feiertag oder ein Wochenende ist. Das örtliche Kommissariat in Irún ist völlig überlastet. Wir haben mehr als eintausend Menschen festgenommen", sagt diese Mitarbeiterin der spanischen Polizei.

Innerhalb eines Tages - vor unserem Dreh - gibt es lediglich eine offziell anerkannte Zurückweisung. Aber wir wurden Zeugen von Zurückweisungen dieser Art, die nicht die durch bilaterale Verträge und das Schengener Abkommen eingeführte Prozedur einhalten.

"Hinter mir befindet sich eine der Brücken, an denen die Zurückweisungen stattfinden. Die französische Gendarmerie bringt die Migranten ohne rechtliche Prozeduren umgehend zurück. Diejenigen, die gerade erst angekommen sind, sind verwirrt und wollen nicht reden. Diejenigen die schon länger hier sind sind bereit ihre Geschichten zu erzählen. Die Anwohner bestätigen diesen ständigen Zustrom von Migranten ohne Sicherheitsprobleme", sagt Carlos Marlasca von Euronews.