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Kamerun: Wahl in Krisenzeiten

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Kamerun: Wahl in Krisenzeiten

Kamerun: Wahl in Krisenzeiten
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Am Sonntag finden in Kamerun Präsidenschaftswahlen statt. In den englischsprachigen Gebieten des mehrheitlich frankophonen zentralafrikanischen Landes gibt es seit Monaten Unruhen. Die englischsprachige Minderheit wirft der Regierung vor, sie zu benachteiligen, mehrere hundert Menschen sind bei gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften ums Leben gekommen.

Einer Schätzung der Vereinten Nationen zufolge hat der Konflikt rund 340.000 Menschen in die Flucht getrieben. Im Norden des Landes kam es darüber hinaus bereits mehrfach zu Anschlägen der Islamistengruppierung Boko Haram.

„In der Bevölkerung herrscht Panik, weil nicht überall Sicherheit garantiert werden kann", sagt ein der englischsprachigen Minderheit angehörender Kameruner.

Der 85-jährige Präsident Paul Biya, der seit 1982 in der Kamerun an der Macht ist, bezeichnet die englischsprachigen Aufständischen als Terroristen. Im Falle eines Wahlsieges würde Biya sieben weitere Jahre die Geschicke des Landes leiten.

Die Angst der Bevölkerung sei unbegründet, meint Bernard Okalia Bilai, Gouverneur der englischsprachig geprägten Region Südwest.

„Es gibt das Gerücht, dass die Sicherheitskräfte einen Angriff planen. Die Sicherheitskräfte haben die Lage unter Kontrolle, es wird keinen Angriff geben", sagt er. „Es sind eher die Terroristen, die angreifen wollen, die Sicherheitskräfte sind da, um diesen Angriff zu unterbinden. Die Bevölkerung soll zu Hause bleiben und mit den Sicherheitskräften zusammenarbeiten", so der Gouverneur.

Rund 6,6 Millionen Kameruner sind aufgerufen, am Sonntag an der Abstimmung teilzunehmen. Viele der 980.000 Wähler in den englischsprachigen Gebieten werden aus Angst vor Gewalt wohl auf dieses Recht verzichten.