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Tausende Katalanen fordern Freiheit für "politische Gefangene"

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Tausende Katalanen fordern Freiheit für "politische Gefangene"

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In Barcelona haben am Dienstag Tausende Menschen Freiheit für die inhaftierten Separatistenführer gefordert. Diese wurden vor einem Jahr – kurz nach dem umstrittenen Unabhängigkeitsreferendum – festgenommen, unter anderem mit dem Vorwurf der Rebellion.

Denn die Abstimmung über die Loslösung Kataloniens fand gegen den Willen Madrids statt. Sie war zuvor gerichtlich verboten worden.

"Es geht nicht um Unabhängigkeit, es geht um Demokratie"

Txell Bonet ist die Frau des inhaftierten Separatisten Jordi Cuixart. Auch sie nahm an der Demonstration in der katalanischen Hauptstadt teil.

"Es geht nicht um Unabhängigkeit, sondern um Demokratie. Es ist doch komisch, dass das, was man in Großbritannien mit Schottland oder in Kanada mit Quebec tun kann, in Katalonien nicht möglich ist – also ein legales Referendum über eine mögliche Abspaltung. Wir Katalanen müssen dafür Unterdrückung wie Gefängnisstrafen erleiden", so Bonet.

"Es ist kein Verbrechen zu wählen"

Sieben Unabhängigkeitsbefürworter warten derzeit in U-Haft auf ihren Prozess. Fünf weitere leben im Exil – darunter Ex-Regionalpräsident Carles Puigdemont.

Sein Nachfolger Quim Torra sagte am Rande der Kundgebung in Barcelona: "Es gab kein Verbrechen, es ist kein Verbrechen zu wählen. Das Verbrechen ist, dass sie uns wegen des Referendums geschlagen haben. Die politischen Gefangenen sollten heute zu Hause bei ihren Familien sein. Wir werden kein Urteil gegen sie akzeptieren. Die einzige Entscheidung, die wir akzeptieren, ist ihr Freispruch."

Tiefer Riss durch katalanische Gesellschaft

Beim Referendum am 1. Oktober 2017 ging die Polizei teils rabiat gegen die Wähler vor. Eine überwältigende Mehrheit der Katalanen sprach sich für einen eigenen Staat aus – allerdings bei sehr geringer Wahlbeteiligung.

Auch heute ist die Bevölkerung tief gespalten. Während gestern für die Unabhängigkeit demonstriert wurde, gingen vor wenigen Tagen Tausende Menschen für die Einheit Spaniens auf die Straße.