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Legendäre Kaffeekanne: Bialetti in der Krise

Legendäre Kaffeekanne: Bialetti in der Krise
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Ihr klassisches Design und die funktionale Schlichtheit haben dazu beigetragen, dass sie zu einer festen Größe in den Häusern von Kaffeeliebhabern weltweit geworden sind - die Bialetti Mokka-Kanne.

Die Kannen sind zu einem Symbol für Italien geworden - genauso wie Pizza, Panettone und Panna Cotta.

Aber die Kultmarke ist in Gefahr. Das Unternehmen hinter der klassischen Moka-Kanne - 1933 von Alfonso Bialetti eingeführt - drückt ein Schuldenberg von 68 Millionen Euro. Bialetti kündigte am Freitag Maßnahmen an, um die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu sichern.

Laut eigenen Angaben hat das Unternehmen im vergangenen Jahr einen Jahresverlust von 15,3 Mio. € gemacht. Grund ist ein Rückgang der Inlands- und Auslandsnachfrage. Auch das rasante Verbreitung von Kaffeekapseln macht dem Traditionsunternehmen zu schaffen.

"Wenn es um den Großhandel geht, wächst der Verkauf der Kaffeekapseln schnell, während der Verkauf von gemahlenem Kaffee für den Mokka rückläufig ist, sogar hier in Italien, wo 70% der Familien eine Mokka-Kanne zu Hause haben", sagt Francesca Arcuri, Kommunikationsleiterin des italienischen Kaffeeunternehmens Filicori Zecchini.

Ein Bericht des Marktforschungsunternehmens IRI zeigt, dass der Absatz von Kaffee für Moka-Kannen in Italien im Jahr 2017 gegenüber dem Vorjahr um 5,1% gesunken ist. Im gleichen Zeitraum sind die Umsätze mit Kaffeekapseln um 16,8% gestiegen.

Als die Moka-Kaffeekannen in den 1930er Jahren eingeführt wurden, spürte das Land noch die Nachwehen der Weltwirtschaftskrise. Die Erfindung sollte den Italienern eine erschwingliche Alternative zum Cafe-Besuch bieten. Das Design gilt als ikonisch, die Kannen werden auch im Museum of Modern Art in New York und dem London Science Museum ausgestellt.

Als 2016 Renato Bialetti - der Sohn des Erfinders - starb, wurde seine Asche in einer großen Mokka-Kanne beigesetzt.