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Merkel-Nachfolge: Kandidaten bringen sich in Stellung

Merkel-Nachfolge: Kandidaten bringen sich in Stellung
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REUTERS/Hannibal Hanschke
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Weniger als vier Wochen vor dem CDU-Parteitag bringen sich die aussichtsreichsten Kandidaten für die Nachfolge von Angela Merkel als Parteichefin in Stellung. Friedrich Merz holte sich am Wochenende Rückendeckung beim Kreisparteitag im Sauerland: Die Delegierten nominierten ihn einstimmig. Merz distanzierte sich dabei von seinem Image als Anti-Merkel. Er sagte der Kanzlerin einen fairen, anständigen und loyalen Umgang zu. Bei der Vorstellung seiner Pläne Ende Oktober hatte er angekündigt, die CDU mit der Rückbesinnung auf einen klaren Markenkern aus der Krise zu holen. "Wir müssen genau zuhören", so Merz. "Wir müssen verstehen, was die Menschen im Land bewegt und wir dürfen sie nicht mit Floskeln abspeisen."

Konkurrent im Kampf um die Stimmen im konservativen CDU-Lager ist Gesundheitsminister Jens Spahn. Der 38-Jährige wurde am Freitag von seinem Kreisverband im münsterländischen Borken einstimmig nominiert. Er positioniert sich als der Mann für den Neuanfang. Die Partei müsse vor allem wieder erkennbar werden, so Spahn. Die wichtigsten Themen seien Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit.

Annegret Kramp-Karrenbauer versucht den Spagat zwischen Nähe und Abgrenzung zur Kanzlerin. Die CDU-Generalsekretärin wird auch "Mini-Merkel" genannt. Bei der Vorstellung ihrer Kandidatur in der vergangenen Woche betonte sie, dass sie für sich selbst stehe und ein neues Kapitel aufschlagen wolle. Als ehemalige Ministerpräsidentin des Saarlandes sei sei zudem besonders für das Amt der Parteivorsitzenden qualifiziert.

Merkel sagte, sie trete zwar als Parteichefin zurück - habe jedoch fest vor, bis 2021 Kanzlerin zu bleiben. Ob sie wirklich bis zur kommenden Wahl durchhält, hängt wesentlich davon ab, mit wem sie an der Parteispitze zusammenarbeiten muss, so Thorsten Faas, Politikwissenschaftler an der FU Berlin. "Das kann nur zusammen mit Annegret Kramp-Karrenbauer funktionieren. Ich kann nicht sehen, wie das funktionieren könnte mit Friedrich Merz, ihrem alten Erzfeind oder Jens Spahn, einem ihrer eigenen Minister."

Dazu euronews-Berlinkorrespondent Jona Kallgren: "Die zwei Hauptkandidaten und die Hauptkandidatin treffen in den kommenden Wochen CDU-Mitglieder bei Regionalkonferenzen in ganz Deutschland. Am Parteitag am 7. Dezember in Hamburg entscheiden die Delegierten dann über den Vorsitz."