Eilmeldung

Eilmeldung

Frauen fordern Tempelzugang ein - Konservative protestieren

Indische Männer bei einer Demonstration
Indische Männer bei einer Demonstration -
@ Copyright :
REUTERS/Sivaram V
Schriftgrösse Aa Aa

Im südindischen Bundesstaat Kerala haben sich zwei Frauen gegen das Zugangsverbot zu einem Tempel widersetzt und damit den Ärger von Traditionalisten auf sich gezogen.

Es kam zu Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der konservativen Regierungspartei BJP und der lokalen kommunistischen Partei.

Zugangsverbot ist illegal

Seit Jahrhunderten dürfen Frauen in gebärfähigem Alter den Sabarimala-Tempel, eine der wichtigsten Pilgerstätten für Hindus, nicht betreten.

Im September erklärte der Oberste Gerichtshof das Verbot für illegal. Dennoch wurden weibliche Gläubige in den letzten Monaten am Zutritt gehindert.

Nun betraten zwei Frauenrechtsaktivistinnen die Stätte - heimlich, nachts und unter Polizeischutz.

Frauenrechtlerin Trupti Desai freut sich über diesen wichtigen Erfolg: "Dass die Frauen heute in den Sabarimala-Tempel gegangen sind, ist ein historischer Sieg für uns. Es ist ein Sieg für die Gleichberechtigungsbewegung und es ist ein Sieg der Frauenpower. Denn die Demonstranten lehnten nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs den Tempelzugang für Frauen ab - aber heute scheiterte ihr Protest, als die Frauen eintraten."

Frauen sahen das Verbot als Geschlechterdiskriminierung an und bildeten aus Protest eine 620km lange menschliche Kette.

Modi: keine Frage der Gleichberechtigung

Die linke Regierung Keralas strebte die Aufhebung des Banns an - und wurde dafür unter anderem von der konservativen Partei des Premierministers Narendra Modi kritisiert.

Für Modi geht es bei dem Verbot nicht um eine Frage der Gleichberechtigung, sondern um religiösen Glauben: "Indien ist der Ansicht, dass die Rechte eines jeden respektiert werden sollten. Es gibt einige Tempel in Indien, die ihre eigenen Traditionen haben, dass Männer sie nicht betreten sollten - und die Männer gehen dort nicht hin."

Aufruf zu Protesten

Konservative Gläubige haben nun zu Streiks aufgerufen, um gegen die - wie sie sagen - "Beschmutzung" des Tempels zu protestieren.

Im Laufe des Monats will sich der Oberste Gerichtshof mit Anträgen beschäftigen, die eine Aufhebung des Urteils von September anstreben.