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„Zoodles“, „Cronut“, „Cheatday“: Institut für Deutsche Sprache sammelt 51 originelle Wörter

Zoodles sind die neuen Nudeln!
Zoodles sind die neuen Nudeln! -
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Unsplash/Laura Johnston
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Das Institut für Deutsche Sprache sammelt seit Jahren Wörter, die auf originelle Weise den Zeitgeist widerspiegeln – oft sind diese neu erfunden oder haben eine neue Bedeutung bekommen. Für das Jahr 2018 hat das Institut 51 Stück ausgewählt. Sie sind Symbole für gesellschaftliche Trends oder bringen politische Diskussionen auf den Punkt.

Die Bedingung dafür, in die Wortsammlung zu gelangen ist, dass die Wörter von Prominenten oder Politiker benutzt wurden, wie etwa „Asyltourismus“, und bereits in den Sprachgebrauch eingeflossen sind. „Unsere Neologismen sind keine Eintagsfliegen“, betont Institutsdirektor Henning Lobin. Der Wissenschaftler und sein Team durchforsten riesige Textsammlungen nach neuen Wörtern und veröffentlichen zum Jahreswechsel einen ganzen Schwung davon – von „alternativer Fakt“ bis „Zoodles“. Oft kommen die Begriffe aus dem Englischen und landen im Neologismen-Wörterbuch des Institutes. Das hier sind ein paar Kostproben:

Obacht vor „Clickbaits“ und „Filterblasen“ in den sozialen Medien

Im Internet sollen „Clickbaits“ mit einer reißerischen Aufmachung die Nutzer dazu anregen, auf Webseiten zu gehen. Wenn sie Pech haben, finden sie dort womöglich einen „alternativen Fakt“: Das ist eine falsche Tatsachenbehauptung, die als legitimer Fakt dargestellt wird. Bekannt gemacht hat diesen verschleiernden Ausdruck die Trump-Regierung.

Auch vor „Filterblasen“ sollte man sich in Acht nehmen. Diese entstehen, wenn Nutzern nur noch die Websites angezeigt werden, die Algorithmen nach Auswertung des Nutzerverhaltens für sie auswählen. Diese bestätigen dann eine Meinung und führen so in die intellektuelle Isolation. Weit harmloser ist da ein weiteres Internet-Phänomen, die „Memes“, oft humorvolle Bilder oder Videos, die schnell über das Internet verbreitet werden.

Gesellschaft: „Twerken“ in einer „Freundschaft plus“

Die Diskussion über den Missbrauch von Frauen durch mehr oder weniger prominente Männer lief unter dem Label „MeToo“. In deren Rahmen entschlossen sich viele Frauen, sexuelle Übergriffe von Männern öffentlich zu machen.

Einvernehmlich läuft der Sex hingegen in einer “Freundschaft plus“ ab. Dabei gehen die Partner zwar regelmäßig miteinander ins Bett – sie gehen aber keine Verpflichtungen miteinander ein. Diese Partner, auch „Friends with Benefits“ genannt, besuchen beispielsweise ab und zu einen Club. Dort werden sie womöglich „twerken“, also kreisend und ruckartig Hüften und Gesäß bewegen – und das voll „nice“, also toll, finden. Eine „Walk-In-Dusche“, eine ebenerdige Duschkabine ohne Becken, könnte danach für Abkühlung sorgen oder als Ort für weiteres Vergnügen dienen.

Wer „clean eating“ betreiben möchte, sollte „Zoodles“ probieren

Der etwas rundlich gewordene Mitteleuropäer mag noch so gute Vorsätze fürs Abnehmen haben – manchmal siegt nun doch der Appetit. Dann nehmen sich Diät-Geplagte einen „Cheatday“ und unterbrechen die Schlankheitskur für einen Tag. Eventuell können sie dann einem „Cronut“, einer Kalorienbombe aus Croissant und Doughnut, nicht widerstehen. Nach dem „Cheatday“ – frei übersetzt „Mogeltag“ – müssen sie sich wieder mit gesunden Leckereien wie der „Flowersprout“ begnügen, einer violett-grünlichen Kreuzung von Grünkohl und Rosenkohl.

Bei der Gewichtsabnahme könnten auch „Zoodles“ helfen: Mit einem Spiralschneider werden Gemüse auf Nudelformat getrimmt. Besonders gut klappt das mit Zucchini. Manche setzen auch auf das „clean eating“, eine als gesund geltende, weitgehend auf Zusatzstoffe in Nahrungsmitteln oder verarbeitete Lebensmittel verzichtende Ernährungsmethode.

Dauerbrenner unter Umweltschützern: „Mikroplastik“ in den Meeren

2018 war auch das Jahr der Umweltbewussten. Erschrocken waren sie über die große Menge kleinster Kunststoffteilchen im Meer, dem „Mikroplastik“. Die kleinen Partikel können in Gestalt von Fisch wieder auf den Tellern der Menschen zurückfinden.

An den Raubbau an der Natur erinnert der „Erdüberlastungstag“ oder „Weltschöpfungstag“: Das ist der Tag in einem Kalenderjahr, an dem rechnerisch mehr natürliche Ressourcen für Nahrung, Energie und anderes verbraucht worden sind, als die Erde regenerieren werden könnte.