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Notstand in Venezuela: Kein Essen, keine Medikamente

Notstand in Venezuela: Kein Essen, keine Medikamente
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REUTERS/Angus Berwick
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Das Gesundheitswesen in Venezuela steckt tief in der Krise. Vor allem Menschen in armen Vierteln sind betroffen. Wie Rosa Materano, sie leidet an Nierenversagen. Seit zwei Jahren hat sie große Mühe, an Medikamente zu kommen. Vor allem an Pillen gegen zu hohen Blutdruck. Alle Freunde im Krankenhaus seien bereits gestorben, klagt sie.

Rosa Materano, Patientin:

"Ich frage mich, was aus uns wird. Wir, die Patienten, wir wollen leben - ich will weiterleben"

Ärzte gehen auf die Straße, um für höhere Gehälter und eine bessere medizinische Versorgung zu demonstrieren. Sie warnen vor einem weiteren Anstieg der Totenzahl. Vor allem besorgniserregend: mehr und mehr Kinder in Venezuela kommen ums Leben.

Carlos Prosper, Arzt:

"Es fehlen 90% der chirurgischen Ausrüstung und aller Medikamente. Labortests, die früher in den Kliniken durchgeführt wurden, gibt es nur noch in 10% aller Krankenhäuser. Dazu kommt, dass wir in den Krankenhäusern 90% weniger Essen zur Verfügung haben. Uns sind die Hände gebunden, wir sind machtlos. Wir wissen nicht, wie den Menschen geholfen werden kann."

María leidet an Diabetes und Osteoporose. Damit sie sich ihre Medikamente leisten kann, schickt ihr Sohn Geld, er ist nach Chile geflüchtet.

María Yomaira:

"Manchmal sollen wir in Dollar zahlen. Die habe ich nicht. Woher soll ich Dollar bekommen? Ich habe einen Abschluss als Kindergärtnerin und nur wenig Geld."

Maduros Regierung versuchte mehrmals, die Lage der Bevölkerung zu verbessern. Bisher ohne Erfolg. Er macht internationale Sanktionen für den Notstand verantwortlich.

Héctor Estepa, Euronews

"Juan Guaidó, der vom EU-Parlament und den USA als Übergangspräsident anerkannt wurde, bestätigt, dass an der Grenze ein humanitärer Korridor geschaffen werden soll, um Medizin und Nahrung ins Land zu bringen. Nicolás Maduros Regierung sagt, dass sie Opfer eines Staatsstreichs sind und einem humanitären Hilfskorridor misstrauen. Sie befürchten, dass dieser zu einer ausländischen Intervention führt."